Aschauer Klause

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Aschauer Klause
Aschauer Klause.JPG
Ort

Schneizlreuth

Koordinaten

47°39′15″N 12°46′37″E

Kennung D-1-72-131-58
Material Stein
Höhe 6,5m
Länge 20m
Breite 1,80m
Fassungsvermögen ~ 8.000 m³
Baujahr 1524; 1795
Bach Aschauer Bach
Letzte Trift spätestens 1913
Sanierungen 1975; 2017

Die Aschauer Klause ist eine alte denkmalgeschützte Wehranlage im Schneizlreuther Ortsteil Oberjettenberg die der Holztrift diente.

Lage

Das Bauwerk steht etwa 2,5 Kilometer südwestlich der Ortschaft Oberjettenberg am oberen Ende der Aschauer Klamm im Aschauer Bach. Beidseits der Klause streifen Wanderwege und eine Forststraße die Anlage und sind über diese miteinander verbunden. Sie führen unter anderem durch die Klamm, nach Ober- und Unterjettenberg und Schneizlreuth, sowie ins benachbarte österreichische Unken (ausgeschildert: Aschau, Au und Reit).

Geschichte

Erstmals wurde 1524 eine Triftklause im Aschauer Bach erwähnt.[1] Mit ihr wurde das in diesem Gebiet geschlagene Holz zur Reichenhaller Saline zu getriftet. Nach über 270 Jahren wurde dieses aus Holz bestehende Bauwerk[2] im Jahre 1795[3] durch eine neue Klause aus Stein ersetzt. Diese war vermutlich fast 120 Jahre in Betrieb bis 1912/1913 durch das Aufstauen der Saalach zum Saalachsee das Triftwesen zum Erliegen kam.

Nach dem Triftende wurde die verwaiste Anlage 1975 saniert und wieder instand gesetzt.[4] Weiters erneuerten ambitionierte Schneizlreuther im Jahr 2017 mit Unterstützung der Gemeinde und des Forstbetriebs Berchtesgaden die hölzerne Überdachung eines Mauerstücks.[5]

In der näheren Umgebung der Aschauer Klause existierten noch weitere Klausen in einigen Nebenbächen des Aschauer Bachs, so etwa die Kargrabenklause.[6]

Beschreibung

Aschauer Klause-Diensthütte

Die Aschauer Klause ist ein Sperrbauwerk das den durchfließenden Aschauer Bach bei Bedarf zu einem kleinen Stausee mit grob 8.000 m³ Volumen aufstauen kann. Sie besteht aus Bruchsteinmauerwerk und ist 20 Meter lang, 6,5 Meter hoch und oberhalb des Klaustores 1,8 Meter und unterhalb etwa 5 Meter breit.[7]. Ein Teil der Mauer ist mit einem Sattelholzdach versehen. Die Klause ist, geschützt durch Holzgeländer, begehbar und verbindet eine durch das Waldgebiet von Oberjettenberg führende Forststraße mit der Aschauer Klamm und einem daran anschließenden Wanderweg. Eine steinerne Inschriftentafel ist in die Klausenmauer eingemauert, siehe #Inschrift.

Nordwestlich der Klause steht die alte Aschauer Klause-Diensthütte. Die eingeschossige Holzhütte steht auf einem Steinfundament und ist mit einem Blechdach gedeckt. Sie ist in mehrere Räume gegliedert, die teilweise über einen Holzofen mit Kamin, Tische, Bänke und Stühle verfügen. An einer Außenwand hängen Schilder mit Informationen zur Aschauer Klause, zur Dachsanierung 2017 und darunter noch ein Holzbrett mit dem Spruch:

„Mensch nimm dir Zeit und mach mal Pause

am besten bei der Eder-Klause“

Anmerkung: Eine der Personen von der Sanierung 2017 heißt Eder.


Neben der Hütte ist ein Rastplatz mit einem Tisch, mehreren Holzbänken, einem Holzbrunnen und einer Werbetafel für Sehenswürdigkeiten in Schneizlreuth aufgebaut. Der Brunnen führt nur zeitweise Wasser, das zudem laut Schild nicht trinkbar ist.

Die Klause steht heute unter Denkmalschutz und ist mit der Kennung „D-1-72-131-58“ in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Zudem ist das ganze Gebiet im Umfeld des Aschauer Bachs als Naturschutzgebiet Aschau ausgewiesen.

Inschrift

Inschriftentafel in der Klause

In der flussabwärts liegenden Mauerseite ist eine Steintafel eingemauert, die das Baujahr und wichtige am Bau beteiligte Personen erwähnt.

Zeile Bedeutung
C.T.C Carl Theodor Churfürst
MDCCXCV 1795
F.I.v.P.S.O.I. Franz Josef von Pauer; Salinen Oberinspektor
I.A.S.W. Johann Anton Sandner Waldmeister
F.F.S. ? S/T.S.P. ?
S:C:M: ? C:N:V. ?

Einzelnachweise

  1. Fritz Hofmann: Reichenhaller Salzbibliothek. Band III, 1995, Berchtesgadener Anzeiger, S. 195..
  2. Schild "Aschauer-Klause" an der Diensthütte
  3. Steintafel in der Klause (siehe #Inschrift)
  4. Schild: Schauer Klamm Schneizlreuth – Die Aschauer Klause
  5. https://www.baysf.de/de/medienraum/pressemitteilungen/nachricht/detail/dach-an-der-aschauer-klause-erneuert.html
  6. Fritz Hofmann: Reichenhaller Salzbibliothek. Band III, 1995, Berchtesgadener Anzeiger, S. 169..
  7. Messung vor Ort