Bergwachthütte Törlschneid

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Bergwachthütte Törlschneid
Bergwachthütte Törlschneid.JPG
Ort

Schneizlreuth

Adresse nördlich Törlscharte
Berg Törlkopf
Höhe 1517m
Koordinaten

47°40′24″N 12°53′20″E

Baujahr Mai 1946 bis August 1948
Besitzer Bayerisches Rotes Kreuz
Öffnungszeiten keine
Beherbergung keine

Die Bergwachthütte Törlschneid (auch: Bayerisches Rotes Kreuz Diensthütte Törlschneid) ist eine Diensthütte der Reichenhaller Bergwacht im mittleren Lattengebirge.

Beschreibung

Hüttenschild
Hütte mit der Törlscharte (rechts)
Hütte an der Felswand
Nord- und Westseite mit Eingang

Am Übergang der Törlscharte in den Törlkopf steht die Diensthütte in 1.517 Meter Höhe an einer Felswand die nach Osten hin zur Mitterkaser-Diensthütte abfällt. Sie befindet sich im ehemals gemeindefreien Forst St. Zeno und liegt heute im Gebiet der Gemeinde Schneizlreuth.

Die einstöckige Diensthütte besitzt eine Größe von rund 25 m² und ruht auf einem Fundament aus Bruchsteinen. Sämtliche Außenwände sind bis unters Dach mit Holzschindeln verkleidet. In den Stirnseiten bilden einige der Schindeln jeweils eine Raute. Alle Seiten der Hütte besitzen entweder ein oder zwei Fenster. Lediglich die Ostwand weicht mit zwei weiteren kleinen Fenstern im Giebel davon ab. Der Eingang zur Diensthütte befindet sich mitsamt eines Vorraums in der Nordwestecke. Der Vorraum ist nach Norden offen, kann mittels einer Türe in der Westwand aber auch noch nach Westen geöffnet werden. Das Dach ist als Satteldach ausgeführt und mit Blechfalz gedeckt. Im westlichen Bereich ragt der Kamin eines Holzofens aus dem Dach.

Auf der Ostseite verfügt die Bergwachthütte über eine großzügige Terrasse die bis zur Felskante reicht. An der Hüttenwand hängt ein ausklappbarer Tisch und darunter steht eine lange Holzbank. Oberhalb des Tischs hängen zwei Photovoltaikplatten.

Plumpsklo
Schilder am Klo

Etwa 30 Meter westlich der Diensthütte, gegenüber des vorbeilaufenden Wanderwegs, versteckt sich am Waldrand ein Plumpsklo. Dieses „Keniglich Boarisches Oim-Scheißheisl“ ist eine kleine Holzhütte mit Porzellantoilette, das auf einer Plattform über einer Steingrube steht.

Geschichte

In der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs kam es im Winter zu zahlreichen Skiunfällen auf der vom Predigtstuhl über die Törlscharte nach Winkl führenden Winkl-Skiabfahrt. Deswegen entschied sich die Bergwacht im Frühjahr 1946 zum Bau einer nahe zur Abfahrt gelegenen Diensthütte für die Retter und ihr Material.

Trotz Zeit- und Geldmangel begannen 48 Mitglieder der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing im Mai 1946 mit der Errichtung. Das oft schwere Baumaterial wurde mit der Predigtstuhlbahn auf den Predigtstuhl befördert und dann im alpinen Gelände gute vier Kilometer weit zu Fuß zur Baustelle getragen. Nach über zwei Jahren Bauzeit und 3.200 Arbeitsstunden konnte die Bergwachthütte schließlich im August 1948 fertiggestellt werden.[1]

Sonstiges

Für ihre Einsätze hat die Bergwacht 40 Meter südlich der Hütte, mitten auf der Törlscharte, einen einfachen Hubschrauberlandeplatz markiert.

Viele Jahre lang bot die Bergwacht Bad Reichenhall im Ferienprogramm der Stadt Bad Reichenhall eine Wanderung zur Bergwachthütte an. Letztmalig fand die Wanderung wohl im Jahr 2018 statt.

Unweit der Hütte befindet sich die Törlalm.

Name

Der Name leitet sich von der südlich gelegenen Törlschneid ab.

Einzelnachweise