Eisbergscharte
Die Eisbergscharte ist eine Geländefalte in den Ostwänden der Reiter Alpe in der Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden.
Beschreibung
Die Eisbergscharte befindet sich in den östlichen Absturzwänden des Hochplateaus der Reiter Alpe, kurz vor der Gemeindegrenze nach Schneizlreuth beim Wachterl. Sie liegt zwischen dem Eisberg im Nordosten, dem Edelweißlahnerkopf im Südwesten und dem Zirbeneck im Nordwesten und trennt den Eisberg vom restlichen Hochplateau ab. Nach Norden hin zeigt sich zudem eine deutliche Ausbruchnische in Richtung Wachterl. Die Scharte besitzt eine Ausdehnung von 1,2 Kilometern in der Länge und bis zu 300 Metern in der Breite und ist in Nordwest-Südost-Richtung ausgerichtet. Die Höhenlage beträgt 1.584 bis etwa 1.600 Meter. Damit liegt sie etwa 200 bis 300 Meter unter den angrenzenden Berggipfeln. Das gesamte Gebiet ist durchzogen von einer Mischung aus Felsbrocken, Latschen, Nadelbäumen und Gras.
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Östlicher Teil
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Westlicher Teil
| Zirbeneck | Eisberg | |
| Edelweißlahnerkopf |
Wege
Erschlossen ist die Scharte von allen Seiten her durch mehrere Wege und Steige, sowie durch einen Wanderweg, der sich einmal durch die gesamte Scharte zieht und alle Wege in zwei Kreuzungen verknüpft. Die Westkreuzung bei der Diensthütte verbindet den Eingeschossenen Steig vom Wachterl mit dem Westanstieg zum Eisberg, einem Wanderweg über das Schneeloch aufs Hochplateau, u.a. zur Neue Traunsteiner Hütte und dem Felsklettersteig zum Edelweißlahnerkopf. In der Ostkreuzung sind der Ostanstieg zum Eisberg und der Eisbergsteig vom Hintersee miteinander verbunden.
In der Scharte gibt es keine Wegweiser, weswegen gute Ortskenntnisse und Karten vonnöten sind. Weiters sind auch die Wege oftmals nur schwer zu erkennen.
Bauwerke
Als einziges noch existierendes Bauwerk steht oberhalb der Nordwestkreuzung die kleine Eisbergalm-Diensthütte. In früheren Zeiten gab es noch die Eisbergalm, deren Kaser etwas unterhalb der heutigen Diensthütte standen.
Entstehung & Geologie
Die Entstehung der Scharte geht vermutlich auf die letzte Eiszeit zurück, als die Reiter Alpe noch von einem massiven Gletscher bedeckt war. Zu dieser Zeit gab der mächtige Plateaugletscher seine Eismassen vornehmlich nach Westen über das Gebiet an der Alpawand ab. Aber auch im Osten beim Eisberg bewegte sich Eis ins Tal und formte dabei die Scharte und die damit verbundene Ausbruchnische.[1] Die massiven Moränen und Schuttkörper am Eingeschossenen Steig zeugen noch heute davon.
Name
Der Schartenname hängt vermutlich mit den geologischen Gegebenheiten in diesem Gebiet zusammen. In dem durch Berge relativ abgeschotteten Gelände dürfte sich wohl lange bis in den Frühjahr hinein eine stabile Schneedecke halten. Die Decke reicht wohl ein gutes Stück weit vom Eisberg nach Westen, da sich unterhalb des nahen Zirbenecks noch ein Schneeloch genanntes Gebiet befindet.
Einzelnachweise
- ↑ Klaus Fischer: Geomorphologie der Berchtesgadener Alpen. Nationalpark Berchtesgaden, Forschungsbericht 50, 2005