Naturdenkmal Priesterstein Oberau

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Naturdenkmal Priesterstein Oberau
Priesterstein Oberau.JPG
Orte Berchtesgaden
Lage Am Priesterstein, Oberau
Koordinaten

47°39′2″N 13°4′26″E

Typ Findling
Kennung ND-? / 172R005
Höhe 855 m
Priesterstein mit Steinbrocken und Sitzbänken
Felsvorsprung

Naturdenkmal Priesterstein Oberau bezeichnet ein Findling im Berchtesgadener Ortsteil Oberau. Der Fels ist ein Naturdenkmal und zusätzlich als Geotop (172R005) ausgewiesen.

Er liegt im östlichen Gebiet von Oberau an der Straße Am Priesterstein in einer Höhe von 855 Meter.

Beschreibung

Der gut 12 Meter hohe Priesterstein besteht aus Hallstätter Kalk und gelangte durch einen Gletscher an seine heutige Stelle. Er ist 50 Meter lang und 35 Meter breit.[1]

An der Westseite weist der Fels eine große Unregelmäßigkeit in Form eines stark überstehenden Felsvorsprungs auf. Die Ost- und Südseite fallen fast komplett senkrecht ab. Oben ist der Priesterstein vollständig mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. In der Ostseite ist ein rotes Quadrat mit der Zahl "85" darin eingraviert.

An mehrere Stellen sind Bohrhaken im Gestein angebracht, die von Kletterern genutzt werden.

Vor dem Felsen befinden sich kleine Steinbrocken und Sitzbänke.

Das Bayerisches Landesamt für Umwelt stuft den Priesterstein als wertvoll und heimatkundlich bedeutend ein.[1]

Name

Der Name des Priestersteins kommt von Protestanten, die hier früher ihre geheimen Messen abhielten.

Im 16. Jahrhundert holte der Salzburger Erzbischof Matthäus Lang mehrere Bergleute aus Sachsen für die Arbeit im Bergwerk Dürrnberg. Mit ihnen kam auch der protestantische Glaube in die Region und über die Au auch in die Fürstpropstei. Ab 1687 kam es bei vielen Personen zu Glaubensprüfungen und Durchsuchungen. Nach mehreren dieser Aktionen, wollten sich die Evangelischen nicht mehr in Häusern treffen, sondern verlegten ihre Andachten ab 1706 zum Priesterstein.[2] Zwischen 1731 und 1733 gab es dann verschiedene Gängelungen und Vertreibungen bzw. Ausweisungen der Evangelischen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Geotopbeschreibung Priesterstein bei Oberau 172R005
  2. Stiftsland Berchtesgaden: Stiftsbote. Ausgabe V, Advent 2017, S. 66f.