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Steinerner Kaser (Höhle)

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Steinerner Kaser
Ort Schellenberger Forst
Koordinaten

47°42′47″N 12°59′55″O

Gebirge Untersberg
Katasternummer 1339/19
Einstiegshöhe 1670m
Länge 50m
Niveaudifferenz 15m
Gestein Dachsteinkalk
Erschließung Unerschlossen; einfach zugänglich
Besonderheiten Lichtphänomen

Steinerner Kaser (auch: Gemskaser) bezeichnet eine Kleinhöhle in 1.670 Metern Höhe in der Mittagsscharte des Untersbergs. Die Höhle ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Hütte Steinerner Kaser, die direkt darüber steht.

Beschreibung

Schlot

Im südlichen Teil der Mittagsscharte befindet sich am Westausläufer des Großen Heubergkopfs zwischen weiten Latschenfeldern eine unscheinbare Senke mit einer Steinhütte darüber. Am tiefsten Punkt dieser Senke eröffnet sich ein 5 mal 3 Meter großes Portal, das den Zugang zur Höhle ermöglicht. Die Höhle ist in West-Ost-Richtung ausgerichtet und besteht aus einer großen runden Halle und einem Schlot. Die leicht abfallende Halle besitzt eine Länge von 25 Metern, eine Breite von 8 bis 12 Metern und eine maximale Höhe von 7 Metern. Im mittleren linken Teil der Halle mündet in der Decke der 10 Meter lange Schlot ein.[1] Dieser beginnt unmittelbar auf der Südseite der Grenzwachthütte und zieht sich etwas schräg von Süd nach Nord durch den Fels. In der Höhle tropft an mehreren Stellen stetig etwas Wasser von der Decke. Dadurch bilden sich immer Winter gewisse Mengen Eis, die bis in den Sommer hinein überdauern können.

Gesichert bekannt ist die Höhle seit dem Jahre 1802. In diesem Jahr unternahm eine Gruppe um den Naturforscher Karl Maria Ehrenbert Freiherr von Moll eine große Expedition auf den Untersberg, wobei sie auch die Höhle besuchten.[2] Vermutlich war sie den Einheimischen aber schon wesentlich länger bekannt. Knapp 20 Jahre später wurde 1821 mit der Erforschung begonnen.[1]

Direkt neben der Höhle verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich. Sie selbst liegt jedoch noch komplett auf der deutschen Seite im gemeindefreien Gebiet Schellenberger Forst. Nur wenige Meter links des Eingangsportals findet sich am Fels die Grenzmarkierung Nummer 65 aus dem Jahre 1818.

Sonnenstrahlphänomen

Lichtstrahl fällt durch den Schlot

In der Höhle ereignet sich zweimal im Jahr ein besonderes Lichtschauspiel, sofern sonniges Wetter herrscht. Dies verdankt die Höhle ihrem besonders geformten Schlot. Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, und am 15. August, dem Hochfest Maria Himmelfahrt, scheint die Sonne zur Mittagszeit (etwa 13 Uhr MESZ) in einem so passenden Winkel durch den Schlot, dass ihre Strahlen an allen Kanten vorbei bis auf den Höhlenboden fallen und den gesamten Raum in ein sanftes Licht tauchen. Der Sonnwendtag ist dabei der Intensivere der beiden Tage.

Geomantie

Medizinrad

Den Tag des Lichteinfalls feiern jedes Jahr zahlreiche esoterische und spirituelle Menschen. Diese halten dabei in der Regel Zeremonien ab und räuchern. Von ihnen stammen auch das Medizinrad aus Steinen im Mittelpunkt der Höhle und die zahlreichen Steinmanderl.

Sonstiges

In der Höhle befand sich lange Zeit ein größerer Abfallberg. Dieser stammte von den Grenzbeamten, die den Schlot einfach als Mülleimer für ihre Abfälle nutzten.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Landesverein für Höhlenkunde Salzburg: Salzburger Höhlenbuch Teil 1, Salzburg 1975, S. 117.
  2. https://www.lochstein.de/hoehlen/D/bayalpen/historisches/zeittafelab1800.htm