Unteres Felsentor

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Unteres Felsentor
Ostportal
Ostportal
Westportal
Westportal
Orte Ramsau bei Berchtesgaden
Koordinaten

47°36′15″N 12°56′1″E

Verlauf Nordost-Südwest
Baujahr 1888-1890
Röhren 1
Länge 25 m
Tunnelbreite 7,5 m
Tunnelhöhe 5 m
Spuren 1-2
Oberfläche Asphalt
Fußwege keine
Beschränkungen
4
2,6

Als Unteres Felsentor (teilweise auch: Ramsauer Felsentor) wird ein Felsenportal und Straßentunnel der Bundesstraße 305 in Ramsau bei Berchtesgaden bezeichnet. Ein ähnlicher Tunnel, das Obere Felsentor, befindet sich nur wenige Kilometer entfernt.

Lage

Das Untere Felsentor gehört zur Bundesstraße 305 (Berchtesgadener Straße) und befindet sich an der engsten Stelle der Preisenklamm, welche sowohl von der B 305 als auch von der Ramsauer Ache durchquert wird.

Die Klamm liegt im östlichen Gebiet der Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden, direkt an der Ortsgrenze zur Schönau am Königsseer Gnotschaft Hinterschönau und in der Nähe zur Bischofswieser Gnotschaft Engedey (Bereich Ilsank).

Beschreibung

Preisenklamm mit B 305 und Felsentor
Blick durch den Tunnel

Das Untere Felsentor ist ein kurzer in einen Felsvorsprung geschlagener Straßentunnel mit einem ungleichmäßigen halbkreisförmigen Querschnitt. Dadurch, dass sich der Fels zur Ache hin verjüngt, weist das Felsentor unterschiedlich Längen auf, die von rund 25 Metern auf der Hangseite bis zu etwa 20 Metern auf der Achenseite reichen. Auch Höhenmäßig besitzt der Tunnel stark unterschiedliche Maße. Die maximale Höhe beträgt knapp über fünf Meter, wobei die Durchfahrtshöhe mit vier Metern angegeben ist und sich zu den Tunnelseiten hin auf 2,6 Meter Höhe vermindert. In der Breite besitzt der Tunnel im unteren Bereich etwa 7,5 Meter und im oberen Bereich nur noch grob 4-5 Meter.

Aufgrund der beengten Verhältnisse weist das Felsentor verkehrsmäßig einige Besonderheiten auf. Es ist nur einspurig durchfahrbar, weshalb innerhalb des Tunnels auch keine Spurmarkierungen existieren. Außerdem können größere Fahrzeuge das Felsentor nur mittig passieren. Laut Beschilderung hat der Verkehr in Richtung Bischofswiesen Vorrang vor dem Verkehr in Richtung Ramsau. Weiters herrscht im Nahbereich des Tunnels eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h und ein Überholverbot für alle Fahrzeuge.

Für den Verkehr besteht zudem durch die Lage in einer Klamm eine erhöhte Steinschlaggefahr, welcher mit mehreren Schutzmaßnahmen entgegen gewirkt wird. Damit sich innerhalb des Tunnels keine Steine lösen können, sind sowohl die Wände als auch das Ostportal komplett mit Spritzbeton ausgekleidet. Die freien Felswände beidseits des Felsentors sind mit großen und massiven Steinschlagschutznetzen und gesichert.


Ein herausragendes Merkmal des Felsentors ist das ganzjährig von den Tunnelportalen tropfende Wasser. Im Winter hängen zudem an den Felswänden in Richtung Ramsau oft große Eisgebilde.

Geschichte

Gebaut wurde der Tunnel in den Jahren 1888 bis 1890 um den Verkehr zwischen Berchtesgaden und Ramsau, sowie in den Pinzgau (Hirschbichlpass) zu erleichtern. Zuvor mussten Reisende den fast 100 Höhenmeter oberhalb liegenden Pfad von der Roßhofschmiede über den Knießpass zum Kederbachlehen überqueren.[1]

Durch ein Hochwasser wurde im Dezember 1956 die Staurampe der Ache massiv beschädigt und dabei auch Felsentor unterspült.[2]

Am 1. Juli 2017 ereignete sich kurz vorm Tunnel ein größerer Felssturz auf die Bundesstraße, der nur knapp einen vollbesetzten Pkw verfehlte.[3] Daraufhin ließ das Staatliche Bauamt Traunstein noch im selben Monat eine bereits länger geplante Sicherungsmaßnahme zur Sicherung der Felswände mittels Steinschlagschutzzäunen durchführen.[4]

Sonstiges

Auf Höhe des Felsentors gibt es einen alten Aussichtssteg über die Ache der von beiden Tunnelseiten aus zugänglich war. Er ist jedoch bereits seit Jahrzehnten gesperrt und verrottet zusehends.

Einzelnachweise