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Ölbergkapelle (Anger)

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Ölbergkapelle
Ort Anger
Adresse/Lage Klosterweg Scheitelpunkt
Höhenlage 555 m
Koordinaten

47°48′35″N 12°51′9″O

Baujahr 1685
Denkmal-Nr. D-1-72-112-17

Die Ölbergkapelle ist eine denkmalgeschützte Wegkapelle zwischen der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt und dem Kloster Höglwörth beim Angerer Ortsteil Holzhausen.

Lage

Vom Angerer Dorfplatz verläuft nach Nordwesten zum Höglwörther See der Klosterweg. Etwa auf halber Strecke, kurz nachdem er das Ortsgebiet verlassen hat, erreicht er seinen höchsten Punkt. Dort am Scheitelpunkt befindet sich auf Bergseite die Kapelle.

Beschreibung

Ölbergszene

Die nach Nordosten ausgerichtete Nischenkapelle steht in einer Felsgrotte aus Nagelfluh. Sie ist zum Teil mit der Grotte verschmolzen, da der Fels zugleich die Rückwand der Kapelle bildet. Die restlichen Wände sind gemauert, wobei die Mauersteine ebenfalls aus Nagelfluhstein bestehen. Die Seitenwände berühren lediglich an der Rückwand die Felswand und weisen ansonsten einen leichten Abstand zur Grotte auf. Die Nischendecke ist aus Beton gefertigt und damit das einzige Raumelement, das nicht aus Nagelfluh ist. Vor der Nische ist ein offener Vorraum eingerichtet, der in etwa die gleiche Größe wie das Bauwerk hat. Der Raum ist mit Steinplatten gefließt und besitzt links uns rechts je eine Sitzbank aus Nagelfluh und Holz. An den beiden vorderen Ecken stehen Stahl-Holz-Pfeiler mit einer Inschrift und einer Schnitzerei. Im linken Pfeiler findet sich die Inschrift „Im heiligen Jahr 1975“ und im rechten Pfeiler ist eine Dornenkrone mit Bluttropfen und drei Kreuznägeln eingeschnitzt. Ein großes schindelgedecktes Walmdach mit einem aufwändig konstruierten Dachstuhl überspannt sowohl die Nische als auch den Vorraum. Es liegt auf der Betondecke, den Seitenwänden, dem Grottenfels und den zwei Stahl-Holz-Pfeilern auf.

Die Nische besitzt eine rechteckige Form und nimmt den Großteil des Bauwerks ein. Sie ist mit einem zweitürigen, schmiedeeisernen Gitter verschlossen. In ihr befindet sich eine Ölbergszene mit etwas Dekoration. Im vorderen Teil liegen die drei schlafenden Jünger Petrus, Johannes und Jakobus. Dahinter kniet Jesus, der zum Engel in der linken oberen Ecke betet. Zwischen den Figuren stehen mehrere Pflanzschalen und Kerzen. Die Rückwand ist zum Teil mit Efeu bewachsen.

Geschichte

Die Felsengrotte entstand in den Jahren 1445-1450 als Überbleibsel eines Steinbruchs, in dem Nagelfluh-Steinquader für den Bau der Angerer Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt gewonnen wurden. 1685 wurde dann darin vermutlich erstmals eine Ölbergdarstellung aufgebaut.[1] Rund zweihundert Jahre später, am Ende des 19. Jahrhunderts, erhielt die Szenerie wohl einen kapellenartigen Überbau.[2]

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Kapelle ihrem Schicksal überlassen. Der Überbau vergammelte zusehends und der dadurch immer stärker eindringende Regen griff die Figuren erheblich an. Der Grundstücksbesitzer, der Siglbauer von Holzhausen, schenkte die Kapelle samt Grundstück dann der Angerer Pfarrei. Diese beschloss anschließend unter der Leitung von Pfarrer Georg Hunklinger und in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Kreisbauamt die gesamte Kapelle zum 25. Heiligen Jahr 1975 umfassend zu renovieren. Mithilfe zahlreicher regionaler Betriebe konnten das Bauwerk und die Figuren daraufhin bis zur Karwoche wieder in einen exzellenten Zustand gebracht werden. Zum Abschluss der Arbeiten weihten dann der Angerer Pfarrer Georg Hunklinger und der geistliche Rat Kolbeck im Rahmen eines großen Feiergottesdienstes am Palmsonntag, 23. März 1975, die Kapelle ein.[2]

Einzelnachweise

  1. Infotafel an der Kapelle
  2. 2,0 2,1 Salzfass 10. Jahrgang 1976, Heft 1