Erste Berchtesgadener Autorundfahrt- und Verkehrsgesellschaft

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„EBAG“ am Haltestellenschild der Bushaltestelle Franziskanerplatz (2022)

Die Erste Berchtesgadener Autorundfahrt- und Verkehrsgesellschaft (abgekürzt: EBAG) war ein privates Linienbus- und Reisebusunternehmen das im Raum Berchtesgaden im öffentlichen Personennahverkehr tätig war.

Geschichte

Im Jahre 1928 taten sich die Herren Maltan, Neudecker, Reichartinger, Stiegler und Wernert zusammen um die „Erste Berchtesgadener Autorundfahrt- und Verkehrsgesellschaft mit beschränkter Haftung“ (HRB 57 – Amtsgericht Traunstein), kurz EBAG zu gründen.[1] Vorwiegender Zweck des Unternehmens waren Ausflugsfahrten in der direkten und weiter entfernten Umgebung und bei Bedarf auch ein Linienverkehr.[2]

Gegenstand des Unternehmens (gekürzt):

Betrieb von Fahrten mit Gesellschaftswagen, insbesondere soll dem dringenden Bedürfnis der Kurgäste durch Einrichtung von Gesellschaftsfahrten in Berchtesgaden in die nähere und fernere Umgebung entsprochen werden. Gegebenenfalls soll dem Verkehrsbedarf auch durch Einrichtung bestimmter Kraftverkehrslinien Rechnung getragen werden.

Nach einer ersten Fahrt am 28. Mai des Jahres (einem Pfingstsonntag),[1] erfolgte am 18. August die Firmengründung und am 14. September die Eintragung ins Handelsregister.[2]

Am 24. Juni 1930 nahm das Unternehmen erstmals zwei Buslinien in Betrieb. Ausgangspunkt beider Linien war der Berchtesgadener Hauptbahnhof. Eine Linie verlief über den Markt nach Stanggaß und die andere Linie führte vorbei am Salzbergwerk ins Nonntal und weiter zum Markt.[3] In den folgenden Jahren kamen Linien nach Strub und Maria Gern dazu.[4]

1935 erwarb Joseph Zechmeister I (Sohn des Stefan Zechmeister, Begründer der Berchtesgadener Stromversorgung) Anteile an dem Unternehmen.[4]

Am 2. März 1949 untersuchte die EBAG den Betrieb einer Buslinie von Berchtesgaden nach Oberschönau. Aufgrund zu schlechter Straßenverhältnisse nahm sie jedoch davon Abstand. Die Linie wurde kurz darauf vom Privatmann Anton Irlinger in Betrieb genommen.[5]

Josef Zechmeister II und sein Sohn Dieter kauften 1968 die Firma auf[4] und wandelten sie zum 6. Juli 1971 in die Kommanditgesellschaft „Erste Berchtesgadener Autorundfahrt- u. Verkehrsgesellschaft Zechmeister & Co.“ (HRA 2739 – Amtsgericht Traunstein) um.[6][2] Acht Jahre später, am 6. August 1979, stieg Josef Zechmeister aus der Firma aus, so dass sein Sohn Dieter nur Alleininhaber der EBAG war.[6]

Nach 60 Jahren stellte das Busunternehmen zum 1. Februar 1988 seinen Betrieb ein.[4] Die Auflösung der Firma erfolgte zum 10. Juni 1988.[6]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hellmut Schöner: Berchtesgadener Fremdenverkehrs-Chronik 1923-1945. Berchtesgaden 1974, Berchtesgadener Schriftenreihe Nr. 12, S. 47f.
  2. 2,0 2,1 2,2 HRB 57 – Amtsgericht Traunstein
  3. Hellmut Schöner: Berchtesgadener Fremdenverkehrs-Chronik 1923-1945. Berchtesgaden 1974, Berchtesgadener Schriftenreihe Nr. 12, S. 63f.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Liane Gruber: Glei ham' mas! Aus dem Leben eines EBAG-Fahrers.. In: Berchtesgadener Heimatkalender 2004. S. 35ff
  5. Adam Maltan: Chronik der Gemeinde Schönau am Königssee. 1985, S. 88f.
  6. 6,0 6,1 6,2 HRA 2739 – Amtsgericht Traunstein