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Hohes Gerstfeld

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Hohes Gerstfeld
Orte Ramsau bei Berchtesgaden
Koordinaten

47°36′44″N 12°49′28″O

Gebirge Reiter Alpe
Höhe 2032 m
Erschließung Wanderweg
Dominanz 420 m → Schottmalhorn
Gipfelkreuz Ja

Das Hohe Gerstfeld ist der östlichste Grenzberg der Reiter Alpe in der deutschen Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden und der österreichischen Gemeinde Unken und der Südwestabschluss der westlich des Hintersees gelegenen Bergkette.

Beschreibung

Gipfelplateau
Grenzmarkierung (links) mit Gedenkkreuz (rechts) und Schottmalhorn (Hintergrund)

Entlang der Nordwestseite des Hintersees erstreckt sich eine mehrere Kilometer lange Bergkette, die gemeinsam mit dem Eisberg die Ostseite des Reiter Alpe-Hochplateaus bildet. Das Ostende dieser Kette bildet das Hohe Gerstfeld.

Das Hohe Gerstfeld ist ein steil aufragender Berg mit einem ziemlich flachen Gipfelplateau. Er weist, wie die meisten anderen Berge der Kette, eine steil ins Tal abfallende Südostflanke und eine mäßig steile Nordwestseite auf. Die Nord- und Nordwestseite fällt zunächst über etwa 200 Höhenmeter moderat ab und geht dann abflachend ins Hochplateau über. Auf der Nordostseite schließt die Bergkette an, weswegen hier der Übergang zum nächsten Berg, dem Schottmalhorn, mit einer nur rund 30 Meter tiefen Scharte verhältnismäßig eben ist. Nach Südosten und Süden fällt das Gerstfeld gute 500 Höhenmeter fast senkrecht über Felsen und Felsstufen und dann nochmal 300 HM sehr steil zur Halsalm und zum Halskopf ab. Zur Westseite fällt der Berg zuerst rund 30 Höhenmeter in eine Schottersenke ab und steigt dann zum Prünzlkopf auf.

Der gesamte Berg zeigt sich überwiegend als ein sehr felsiges Gebilde. Bewuchs in Form von etwas Gras und Latschen findet sich hauptsächlich im Bereich des Gipfelplateaus.

Zugang

Erreichbar ist das Hohe Gerstfeld aufgrund des allgemein flachen Geländes relativ einfach über einen Wanderweg vom Reiter Steinberg zum Edelweißlahnerkopf. Jedoch erfordern die Zuwege gute Bergkenntnisse.

Gipfelkreuz

Ein eigenes Gipfelkreuz besitzt das Gerstfeld nicht, dafür markiert der Grenzstein Nr. 166 den Gipfel. Jedoch steht etwa 140 Meter nordöstlich des Gipfels in Richtung Schottmalhorn ein Gipfel- und Gedenkkreuz. Dieses aus zwei Holzbalken gefertigte Kreuz wurde 2019 von der DAV-Sektion Traunstein aufgestellt. An einer daran befestigten Holztafel wird an eine Familie Maier aus Siegsdorf und an eine Regina Mittermaier aus Chiem.(ing?/see?) erinnert. Die Tafel ist ebenfalls auf das Jahr 2019 datiert.

Grenzen

Eine besondere Funktion kommt dem Hohen Gerstfeld als Grenzberg zu. Seit Jahrhunderten verlaufen über ihn die Staats- und Regionalgrenzen zwischen Deutschland und Österreich, sowie zwischen Ramsau bei Berchtesgaden und Unken. Seit 1978 ist er auch Teil der Gebietsgrenze des Nationalparks Berchtesgaden.

Name

Der Name des Hohen Gerstfeldes stammt vermutlich vom lateinischen Wort „cresta“, das soviel wie Spitze eines Hügels / Berggrat bedeutet und die Bergform beschreibt.[1] Diese Beschreibung passt jedoch nicht besonders zu dem Berg, dafür aber sehr zum benachbarten Prünzlkopf, der früher diesen Namen trug.

Auf den Urpositionsblättern des frühen 19. Jahrhunderts trägt das Hohe Gerstfeld noch den Namen „Niedergerstenfeld“ und das „Hohgerstenfeld“ befand sich beim heutigen Prünzlkopf. Die Bergnamen sind also über die Zeit einen Gipfel weiter gewandert, wobei das Niedergerstenfeld verschwand und der ursprüngliche Prünzlkopf heute namenlos ist. Die Namenswanderung vollzog sich vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, da auf der Topografischen Karte "Reuter Alpe 848" von 1910 bereits die Gipfel mit ihren heutigen Namen beschriftet sind.[2]

Einzelnachweise

  1. Sigmund Riezler: Die Orts-, Wasser- und Bergnamen des Berchtesgadener Landes. – Peter Sack: Die Berchtesgadener Namen im Licht neuer Erkenntnisse zur Besiedlung des Alpenraums. 1913/1980, S. 522.
  2. Urpositionsblätter & Topografische Karte "Reuter Alpe 848" von 1910