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Roßfeldrennen

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Das Roßfeldrennen (auch: Roßfeld-Bergrennen und Internationaler Alpen-Bergpreis Roßfeld) war ein alpine Motorsportveranstaltung auf der Roßfeldpanoramastraße bei Berchtesgaden. Es fand, mit Unterbrechungen, von 1958 bis 1977 statt.

Roßfeldrennen

Allgemeines

Das Roßfeldrennen wurde zwischen 1958 und 1977 insgesamt 15 mal ausgetragen. In fünf Jahren entfiel es aus verschiedenen Gründen (siehe #Geschichte). Als Rennstrecke wurde ein 5,89 Kilometer langer und bis zu 14% steiler Abschnitt der Roßfeldpanoramastraße genutzt.

An der Veranstaltung konnte prinzipiell jeder, der über ein Fahrzeug verfügte, teilnehmen, egal ob Rennprofi oder Privatfahrer. Den überwiegenden Teil der Fahrer machten gleichwohl professionelle Rennfahrer aus, nicht zuletzt auch deswegen, da das Roßfeldrennen seit 1961 Bestandteil der Rennserie „Europa-Bergmeisterschaft“ war.

Strecke

Als Rennstrecke diente die südliche Steilstrecke der Roßfeldpanoramastraße. Der Startpunkt befand sich kurz nach dem Straßenbeginn bei der Mautstation Süd in Obersalzberg und das Ziel lag ein Stück vor der ersten Überschreitung der Staatsgrenze unterhalb des Ahornkasers. Der Höhenunterschied betrug vom Start in 970 Metern Höhe bis zum Ziel in rund 1.480 Metern etwa 510 Höhenmeter.

Gruppen

Das Rennen war in mehrere Fahrzeuggruppen gegliedert, die ihrerseits nochmal in verschiedene Leistungsklassen unterteilt waren. Über die Jahre variierten die Gruppen immer wieder, lediglich die Tourenwagen und die Gran-Tourisme-Wagen waren fester Bestandteil. Häufig vertreten waren auch Sportwagen, Prototypen und Rennwagen verschiedener Rennklassen, wie etwa der Formel Junior, bei der auch Rennwagen aus Berchtesgadener Produktion („Scuderia Hartmann Berchtesgaden“) starteten. Seltener gab es auch noch die Gruppe der Sonderwagen oder auch herstellerbezogene Gruppen wie Porsche oder Steyr-Puch.

Unfälle

In der 20-jährigen Geschichte der Roßfeldrennen kam es zu drei schweren Unfällen, wovon zwei sogar einen tödlichem Ausgang hatten.

Zwei der Unfälle ereigneten sich am 8. Juni 1968 während des Traingslaufs für das Roßfeldrennen 1968. Zunächst befuhr der Deutsche Rolf Stommelen die Strecke und verunglückte oberhalb der Ofneralm. Hierbei zog er sich mehrere Brüche zu. Wenig später startete der Italiener Ludovico Scarfiotti mit einem Porsche 910 Bergspyder. Bei Kilometer 2, unterhalb der Ofneralm, kam Scarfiotti in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab, schleuderte über eine Böschung hinab und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu. Die Unfallursache konnte nie geklärt werden.[1] An der Unfallstelle erinnert heute eine Gedenktafel an Ludovico Scarfiotti. Diese wurde im Rahmen der Pressevorstellung des ersten „Internationalen Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“ am 28. September 2012 angebracht.[2]

Fünf Jahre später kam es in der gleichen Kurve, in der Scarfiotti verunglückte, zu einem weiteren tödlichen Unglück. Beim Rennen 1973 stand ein Zuschauer innerhalb der Sperrzone und wurde infolgedessen von einem Rennwagen erfasst.[3]

Geschichte

Vorgänger

→ Hauptartikel: Salzbergrennen

Lange Zeit vor den Roßfeldrennen fanden in den Tallagen des Kehlsteins die Salzbergrennen des Motorsport-Clubs Berchtesgaden statt. Diese führten von der Schießstättbrücke rund 400 Höhenmeter über die Salzbergstraße hinauf nach Hintereck in Obersalzberg.

Das erste Rennen fand 1925 statt und das Letzte wurde 1928 abgehalten. In den folgenden Jahren gab es noch einige kleinere Rennfahrten, die aber nicht mehr die Größe der Salzbergrennen erreichten.

Roßfeldrennen

Genau 30 Jahre nach dem letzten Salzbergrennen rief der Berchtesgadener Automobil-Club (BAC), der Nachfolger des Motorsport-Clubs Berchtesgaden, gemeinsam mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) im Jahr 1958 das erste Roßfeldrennen ins Leben.[3] Als Rennstrecke diente die neue Roßfeldpanoramastraße, die erst drei Jahre zuvor fertiggestellt wurde[4]. Die Rennen waren zugleich auch ein internationaler Wettbewerb für Tourenwagen, Grand-Tourisme-Fahrzeuge und Sport- und Formel Junior-Wagen.[5]

1959 erfolgte eine Verkürzung der Strecke um 300 Meter auf 5,8 Kilometer.[3]

Ab 1961 übernahm der AvD die Veranstaltungsleitung[3] und zugleich zählten die Rennen nun auch als Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft.[6]

1962 entfiel das Rennen wegen einer Terminkollision mit dem Gaisbergrennen und 1972 fand es aufgrund der Olympia-Rallye 1972, die ebenfalls über das Roßfeld verlief, nicht statt.[3]

Ende der Rennen

Bedingt durch die erste Ölkrise [4] sowie strengerer Umwelt- und Lärmschutzmaßnahmen in Kurorten[3], musste 1974 das Roßfeldrennen ausfallen. Aus den selben Gründen fanden auch in den beiden Folgejahren keine Rennen statt. Zudem kamen inzwischen auch noch Finanzierungsprobleme hinzu.[3]

Nach der dreijährigen Pause versuchte der ADAC 1977 das Roßfeldrennen noch einmal als „Internationaler ADAC-Bergpreis“ wiederzubeleben. Dieses Rennen blieb jedoch eine einmalige Veranstaltung.

Nachfolger

Seit dem Ende der Roßfeldrennen erfolgten bisher zwei Neuauflagen. Von 1998 bis 2010 gab es die „Roßfeld Historic“ als Gleichmäßig­keits­veranstaltung und seit 2013 findet zweijährlich der „Internationale Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden“ statt. Der Internationale Edelweiß-Bergpreis hat seinen Schwerpunkt im Gegensatz zum Roßfeldrennen nicht mehr auf dem Renncharakter, sondern auf der Präsentation historischer Rennwagen vor einer rennhistorischen Kulisse.

Literatur

Einzelnachweise