Salzbergrennen
Das Salzbergrennen war eine kurzlebige Rennsportveranstaltung in den 1920er Jahren in der früheren Gemeinde Salzberg (heute ein Teil von Berchtesgaden) und der Vorgänger der Roßfeldrennen.
Geschichte
Unter Kurdirektor Dr. Schwink wurde am 11. Mai 1925 der Motorsport-Club Berchtesgaden gegründet. Als eine der ersten großen Aktionen initiierte der Verein noch im Gründungsjahr die Austragung einer Rennveranstaltung. Dieses „Gesellschaftsfahrt zum Salzbergrennen“ genannte Rennen fand von 5. bis 7. September erstmals statt und hatte bereits 64 Teilnehmer, davon 22 Kraftwagen, 38 Krafträder und 4 Krafträder mit Beiwagen. Im darauffolgenden Jahr nahmen bereits 90 Fahrer teil und 1927 kletterte die Anzahl der Rennfahrer auf 95.[1]
Nach dem vierten Salzbergrennen 1928 verlagerte der Verein den Schwerpunkt der Veranstaltung von Rennen zu Tourenfahrten. 1929 fand von 31. August bis 1. September unter dem neuen Namen „Rund um das Lattengebirge“ eine Geländeprüfungs- und Geschicklichkeitsfahrt statt, die jedoch nur schwach besucht war.[2][1]
Anschließend gab es von 1930 bis 1933 jeweils im Februar noch eine Zielfahrt zur Wintersportwoche am Hintersee.[1]
1958, 30 Jahre nach dem letzten Salzbergrennen, ließ der Berchtesgadener Automobil-Club (BAC) als Nachfolger des Motorsport-Clubs Berchtesgaden die Bergrennen als Roßfeldrennen wieder auferstehen.
Disziplinen
Das Salzbergrennen umfasste zwei Disziplinen, eine Bergprüfung und eine Schnelligkeitsprüfung.
Die Bergprüfung bestand aus einer 3,5 Kilometer[2] langen Strecke mit einem Höhenunterschied von etwa 400 Höhenmetern. Sie begann an der Schießstättbrücke und führte über die damals noch unbefestigte Salzbergstraße nach Hintereck in Obersalzberg.[3]
Für die Schnelligkeitsprüfung wurde ein 1,5 Kilometer langer Abschnitt der Bergwerkstraße zwischen Kilometer 5,6 und 4,1 genutzt.[1]
Sieger
| Klasse | Fahrer | Fahrzeug | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1925 | |||
| Kraftwagen | Hans Kolb, München | Bugatti | 4,10⅕ Min. |
| Krafträder | Eugen Bussinger, München | A.J.S. | 4,23 Min. |
| Beiwagenmaschinen | M. Aumüller, München | Viktoria | 4,46⅕ Min. |
| 1926 | |||
| Kraftwagen | Erwin Kleyer, Frankfurt am Main | Adler | 4,31⅕ Min. |
| Krafträder | Edi Linser, Innsbruck | Sunbeam | 3,44⅖ Min. |
| Beiwagenmaschinen | Eugen Bussinger, München | A.J.S. | 4,39⅖ Min. |
| 1927 | |||
| Kraftwagen | Hans Stuck, Gut Sterz (Bauernhof in Wolfratshausen) | Austro-Daimler | 4,05⅗ Min. |
| Krafträder | Edi Linser, Innsbruck | Sunbeam | 3,42 Min. |
| Beiwagenmaschinen | Alois Drax, München | Harley-Davidson | 4,30⅕ Min. |
| 1928 | |||
| Kraftwagen | Hans Stuck, Gut Sterz (Bauernhof in Wolfratshausen) | Austro-Daimler | 3,24.2 Min. |
| Krafträder | Edi Linser, Innsbruck | Sunbeam | 3,33.1 Min. |
| Beiwagenmaschinen | Josef Nemetz, München | Harley-Davidson | 4,19.3 Min. |