Rufbus Berchtesgaden

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Der Rufbus Berchtesgaden (Eigenschreibweise: RufBus Berchtesgaden) ist eine Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs im südlichen Landkreis. Derzeit nehmen am Rufbus die Kommunen Berchtesgaden, Bischofswiesen, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee teil.

Betrieb

Für den Rufbus Berchtesgaden sind die am Rufbus teilnehmenden Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee gemäß einer Vereinbarung mit dem Landkreis Berchtesgadener Land verantwortlich. Der Bus wird von den Gemeinden jedoch nur verwaltet und der Betrieb mittels einer Ausschreibung regelmäßig neu vergeben.

Das Fahrgebiet erstreckt sich mit einigen Ausnahmen auf sämtliche Bushaltestellen in den vier Gemeinden. Haltestellen die vom Rufbus bedient werden, verfügen über ein spezielles Rufbusschild, das jedoch bei Bushaltestellen mit mehreren Haltepunkten meist nur an einem der Haltepunkte angebracht ist. Haltestellen die ausschließlich vom Rufbus angefahren werden, weisen oft nur das Rufbusschild auf, nicht jedoch das typische grüngelbe "H-Schild". Zudem fehlt fast immer der Haltestellenname.

Gemäß dem Zweck eines Rufbusses verkehrt dieser nur nach Anforderung. Reisende müssen ihren Fahrtwunsch mindestens zwei Stunden vor Fahrtbeginn unter Nennung der Abfahrts- und Zielhaltestelle bei der Rufbuszentrale anmelden. Die gewünschte Route darf dabei keine Konkurrenz zum regulären Linienverkehr darstellen.

Abgerechnet werden die Fahrten nach einem Wabensystem das sich am Wabenplan des RVO orientiert. Neben einer pauschalen Servicegebühr für die Fahrt wird dem Fahrpreis pro gefahrene Wabe ein festgelegter Preis, die „Wabengebühr“, addiert. Etwaige Fahrkarten und Ermäßigungen anderer Verkehrsbetriebe werden beim Rufbus nicht anerkannt.

Derzeit (Stand: 2021) verkehrt der Rufbus täglich von 7 bis 22 Uhr. Anmeldungen für eine Fahrt können jeden Tag zwischen 8 und 21 Uhr bei der Rufbuszentrale aufgegeben werden. Den Busbetrieb hat derzeit die Taxizentrale Berchtesgaden e.G. inne.

Geschichte

Auf Bestreben der Gemeinde Bischofswiesen eine „Rufbuslinie Bischofswiesen-Ramsau“ zwischen Bischofswiesen, der Nachbargemeinde Ramsau bei Berchtesgaden und ausgewählten Zielen in Berchtesgaden einzurichten, genehmigte der Kreistag im Oktober 2015 die probeweise Einrichtung eines Rufbusses, jedoch mit dem Namen „Rufbus Berchtesgaden“.

Der mehrmonatige Probebetrieb startete am 4. April 2016[1] in den Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen und Ramsau bei Berchtesgaden und lief bis zum 31. Dezember 2016. Er wurde vom Landkreis als für den allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr zuständige Behörde organisiert. Für die anfallenden Kosten waren per Vereinbarung die teilnehmenden Kommunen verantwortlich. Die Bewerbung des Rufbusses wurde vom Landkreis einmalig mit 2.500 € gefördert.[2][3] Zusätzlich erhielt das Projekt im Rahmen des Förderprogramms "Ländlicher Raum" vom Freistaat Bayern eine Zuweisung von 47.591 €.[4] Mit dem Betrieb wurde die Regionalverkehr Oberbayern GmbH beauftragt[5], die ihrerseits den Betrieb an den Fridolfinger Taxiunternehmer Schönsmaul als Subunternehmer weiter gab.[4] Im Probezeitraum wurden vom Rufbus 2.964 Personen befördert und eine Gesamtkilometerleistung von 37.746 Kilometern zurückgelegt. Zum Rufbusnetz gehörten in dieser Zeit 65 Haltestellen, 8 davon waren Neuanlagen für den Rufbus. Die Betriebszeiten waren täglich von 6-21 Uhr bzw. an Sonn- und Feiertagen von 7-21 Uhr.[4]

Am 4. November 2016 beschloss der Ausschuss für Landkreisentwicklung den Rufbus Berchtesgaden fortzuführen und die Mittel zur Ausweitung des Fahrgebiets auf Marktschellenberg und Schönau am Königssee in den Landkreishaushalt 2017 miteinzuplanen.[6]

Etwas später forderten die Gemeinden, dass ihnen die Aufgabenträgerschaft am Rufbus übertragen wird.[7] Zum 1. Oktober 2017 übertrug der Landkreis die ÖPNV-Aufgabenträgerschaft für den Rufbus Berchtesgaden gemäß der „Verordnung des Landkreises Berchtesgadener Land über die Übertragung der Aufgabe „Rufbus Berchtesgaden“ nach Art. 9 Abs. 1 BayÖPNVG“ an die Marktgemeinde Berchtesgaden und die Gemeinden Bischofswiesen und Ramsau bei Berchtesgaden.[8]

Knapp zwei Monate später erklärte die Gemeinde Schönau am Königssee ihre Teilnahme zum nächstmöglichen Zeitpunkt[9] und trat schließlich zum 1. Januar 2018 bei.[10] Zeitgleich mit dem Beitritt wurde auch die Verordnung zur Übertragung des Rufbusses auf die Gemeinde Schönau am Königssee erweitert.[11] Ebenfalls zum neuen Jahr wurde das Fahrgebiet von einzelnen Haltestellen in Berchtesgaden auf das ganze Marktgemeindegebiet ausgeweitet und zugleich übernahm ein neuer Auftragnehmer, die Taxizentrale Berchtesgaden e.G., den Rufbusbetrieb.[10]

Entwicklung

Betriebszeiten

Jahr Fahrzeiten Anmeldezeiten Anmeldefrist
2016 - 2017 Montag bis Freitag: 6 Uhr bis 21 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 7 Uhr bis 21 Uhr
täglich von 8 Uhr bis 19 Uhr mindestens 2 Stunden vor Fahrtbeginn
seit 2018
(Stand: 2021)
täglich von 7 Uhr bis 22 Uhr täglich von 8 Uhr bis 21 Uhr mindestens 2 Stunden vor Fahrtbeginn

Fahrpreis

Jahr Servicegebühr Wabengebühr
2016 - 2017 1 € 1 €
seit 2018
(Stand: 2021)
2 € 1,50 €

Kinder unter 6 Jahren reisen in Begleitung kostenlos und Kinder zwischen 6 bis 15 Jahre bezahlen den halben Erwachsenenpreis.

Weblinks & Kontakt

Einzelnachweise

  1. https://www.lra-bgl.de/lw/sicherheit-verkehr/mobilitaet/rufbus/
  2. https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-rufbus-berchtesgaden-abfahrbereit-_arid,234298.html
  3. Sitzung des Kreistages vom 23. Oktober 2015
  4. 4,0 4,1 4,2 http://www1.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP17/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/17_0016696.pdf
  5. Sitzung des Landkreisausschusses vom 17. Februar 2016
  6. Sitzung des Ausschusses für Landkreisentwicklung vom 4. November 2016
  7. Sitzung des Marktgemeinderats Berchtesgaden vom 3. Juli 2017
  8. Sitzung des Kreistages vom 21. Juli 2017 & Amtsblatt Nr. 31 vom 1. August 2017
  9. Sitzung des Gemeinderats der Gemeinde Schönau am Königssee vom 28. November 2017
  10. 10,0 10,1 Bischofswieser Gemeindeblatt Nr. 16 – März 2018
  11. Sitzung des Kreistages vom 15. Dezember 2017 & Amtsblatt Nr. 51 vom 19. Dezember 2017