Wimbachschloss

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Wimbachschloss
Südseite
Südseite
Ort Ramsau bei Berchtesgaden
Adresse Wimbachweg 49
Koordinaten

47°34′20″N 12°53′48″E

Kennung D-1-72-129-72
Baujahr 1784
Höhe 937 m

Das Wimbachschloss (auch: Wimbachjagdschloss und Wimbachschlössl) ist eine denkmalgeschützte Gaststätte und ehemaliges Jagdschloss im Wimbachtal in Ramsau bei Berchtesgaden.

Lage

Es steht einige Meter über dem Wimbachgries am südöstlichen Ausläufer des Stanglahnerkopfs, der sich etwa auf halber Strecke zwischen der Wimbachbrücke und der Wimbachgrieshütte befindet. Erreichbar ist das Gebäude über die durch das Wimbachtal verlaufende Forststraße Wimbachweg. Von dieser Forststraße zweigt ein Weg in den Gastgarten ab und mündet dahinter wieder in die Forststraße. Zwei an diesem Weg stehende Informationsschilder umreißen kurz die Themen Nationalpark, Wimbachgries und Schloss.

Südwestlich des Schlosses zweigt der Hochalmsteig (Weg 486) ins Hochkaltermassiv ab.

Beschreibung

Bauwerk

Nordseite mit Anbau

Das grob 260 m² (mit Anbau) große Wimbachschloss ist ein zweigeschossiges Bauwerk, das in den leicht abfallenden Hang gebaut ist. Dadurch verfügt es je nach Sichtweise über ein Kellergeschoss und ein Erdgeschoss oder ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss. Das Mauerwerk ist verputzt und in einem hellen Gelbton gestrichen. Als Dach kommt ein Satteldach mit Blechdeckung zum Einsatz, in das auf beiden Seiten mehrere Walmgauben integriert sind.

Auf der Nordseite ist ein Wirtschaftsanbau angeschlossen und an die Westseite schließen eine Veranda und daran ein Gastgarten an. Hinter dem Gastgarten, leicht erhöht zur Forststraße hin, ist ein kleines Freizeitgelände eingerichtet.

Heutzutage wird das Schloss als reine Ausflugsgaststätte ohne Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Früher jedoch, diente es den Herrschern von Berchtesgaden und Bayern als Ausgangspunkt für Jagdausflüge ins umliegende Wimbachtal. Wenige Meter nördlich steht noch die alte Hofstallung, in der die Jagdpferde untergebracht waren.

Eigentümer des Wimbachschlosses ist die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden[1], die es regelmäßig an erfahrene Bergwirtsleute verpachtet.[2]

Wirtschaftsanbau

An der Nordseite des Schlosses ist ein eingeschossiger, etwa 100 m² großer, Bau angebaut. Dieser ist in einer Mischung aus betonierter Wand und Holzbau ausgeführt, wobei die Außenwand zur West-/Bergseite mit Steinen aufgemauert ist. Im Gegensatz zum Hauptgebäude besitzt der Anbau jedoch ein Pultdach das mit Holzschindeln gedeckt ist.

Der Wirtschaftsanbau beherbergt überwiegend technische Anlagen und die Küche.

Versorgung

Zur Versorgung mit Strom und Wärme stehen verschiedene technische Einrichtungen wie Photovoltaik auf dem Süddach, ein Blockheizkraftwerk sowie Kachelöfen zur Verfügung. Für anfallende Abwässer gibt es eine Kleinkläranlage.

Weiters ist das Gebäude ans Telefonnetz der Gemeinde Ramsau von Berchtesgaden (08657) angeschlossen.

Geschichte

Wimbachschloss im Jahre 1870. Lithografie von Johann Stüdl

Gebaut wurde das Anwesen als Jagdschloss im Jahr 1784 vom letzten Berchtesgadener Fürstpropst Konrad von Schroffenberg-Mös[3] auf dem Grundstock eines Kasers aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. In den Jahren 1790/1791 erfolgte der Bau des Obergeschosses. Unter König Maximilian II. Joseph von Bayern wurde von 1850 bis 1855 der Innenbereich ausgebaut sowie das Krüppelwalmdach auf ein Satteldach umgebaut. Sein Nachfolger Prinzregent Luitpold fügte um 1900 schließlich die Veranda hinzu. [4][5]

Am 1. März 1937 erfolgte die Eingemeindung in die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden.[6]

Ende der 1990er Jahre wurde vom Nationalpark eine Schneise angelegt, um vom Hochkaltermassiv kommende Schnee- und Steinlawinen am Schloss vorbei zu leiten.[7]

Um 2008 wurde die hauseigene Kläranlage erneuert.

2010 wurde ein mit Rapsöl arbeitendes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen.[8]

Kurz darauf, von 2011 bis 2012, erfolgte eine umfangreiche Sanierung des gesamten Gebäudes. Unter anderem wurden die Küche und andere Technik in einen neuen Wirtschaftsanbau an der Nordwand ausgelagert. Die Kosten der Arbeiten beliefen sich auf 830.000 Euro.[9]

Sonstiges

Knapp 190 Meter südöstlich steht das Gedenkkreuz im Wimbachgries zur Erinnerung an einen Hubschrauberabsturz.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Drucksache des Bayerischen Landtags 18/13316
  2. https://www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de/pic/aktuelles/doc/wb_schloss.pdf
  3. A. Helm: Das Berchtesgadener Land im Wandel der Zeit. Reprint 1973, S. 395..
  4. Denkmalliste für die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden
  5. https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/700000-euro-sanierung-wimbachschlosses-bgl24-1192469.html
  6. Karl Komposch: Kurzchronik der Gemeinde Ramsau b. Berchtesgaden. Gemeinde Ramsau (Herausgeber), 2013, S. 66..
  7. https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-lawine-vor-dem-wimbachschloss-_arid,324747.html
  8. Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (Einrichtung des StMELF): TFZ-KOMPAKT 12, Seite 5.
  9. https://www.bgland24.de/bgland/region-berchtesgaden/wir-freuen-schon-so-bgl24-1492444.html