Kriegergedächtniskapelle

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Kriegergedächtniskapelle
Kriegergedächtniskapelle.JPG
Ort Bayerisch Gmain
Adresse Alpentalstraße 6 (eigentlich Kapellenweg)
Kennung D-1-72-115-3
Baujahr 1924; 1943

Die Kriegergedächtniskapelle ist eine kleine Kapelle und ein Baudenkmal am Kapellenweg in Bayerisch Gmain. Sie ist mit dem umgebenen Heldenhain den Gefallenen Bayerisch Gmainern und Opfern mehrerer Kriege gewidmet.

Beschreibung

Heldenhain mit Kapelle

Die Kapelle ist ein eingeschossiger Bau mit dreiseitigem Chorschluss. Das Satteldach ist mit Holzschindeln gedeckt und hat einen kleinen Glockenturm. Die Einrichtung ist mit einem Tor geschützt, davor ist ein kleiner Vorraum.

Im hinteren Bereich steht ein Altar mit hölzerner Kreuzigungsgruppe. Links und rechts davon befinden sich zwei Marmortafeln mit den Namen der gefallenen Bayerisch Gmainer Soldaten vom Ersten Weltkrieg. An den Seitenwänden sind Fresken in die Wände eingearbeitet.

Neben der Kapelle stehen zwei Holzbretter mit Inschriften:

Unseren Gefallenen und in der verlorenen Heimat ruhenden Toten

Unseren Verstorbenen. Die Bayerisch-Gmainer Ortsvereine

Heldenhain

Der Kapelle ist ein bewaldeter, etwa 1.000m² großer, Heldenhain angeschlossen. Dieser wurde 1943 als Erinnerung der gefallenen Einwohner im Zweiten Weltkrieg errichtet.

Durch das Gelände führen mehrere Wege, an denen Ehrenbretter auf Steinen aufstellt sind. Im unteren Bereich ist ein Brunnen, der seit 2013 aus Granit besteht.

Geschichte

Planungen seitens der Gemeinde gab es bereits ab 1919, den Gefallenen der Kriege von 1866 (Deutscher Krieg), 1870 (Deutsch-Französischer Krieg) und 1914-1918 (Erster Weltkrieg) zu Erinnern. Nach längerer Standortsuche wurde Anfang 1924 dem 1. Vorsitzenden des Kriegervereins vom Forstamt St. Zeno das Grundstück überlassen. Anschließend errichteten die Bürger und Handwerker in vier Wochen die Kapelle.

Am 13. Juli 1924 war die feierliche Einweihung der „Kriegerkapelle“ mit 28 Vereinen aus der nahen Umgebung und Österreich. Eingeweiht wurde sie vom Kaplan Eimann. Anschließend übernahm die Gemeinde das Grundstück.

Bereits kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs fielen am 17. September 1939 zwei Bayerisch Gmainer. Da sich die Zahl der Gefallenen bis 1943 auf über 30 erhöhte, beauftragte der Bürgermeister die Anlage der Gedenkstätte mit Ehrenbrettern. Die Einweihung war am 7. September 1943.

Zehn Jahre später wurden die Bretter aus Fichtenholz durch Eichenholz ersetzt. Gefertigt hatte sie der Kriegsveteran Kurt Jäger, der auch den originalen Holzbrunnen (bis 1972 an der Großgmainer Straße) baute.

Die letzten vier Ehrenbretter konnten erst 2008 aufgestellt werden, da die Mütter der Vermissten bei der Aufstellung der erneuerten Bretter 1954 noch auf deren Rückkehr hofften. Die letzten Kriegsgefangenen kamen 1956 heim.

Sonstiges

Bis zum Bau der Kirche St. Nikolaus von der Flüe im Jahr 1957, wurden an der Kapelle Gebete und Rosenkränze abgehalten. Damit ersparten sich die Gmainer den langen Fußmarsch zum Münster St. Zeno.

In der Denkmalliste ist die Kapelle mit Alpentalstraße 6 ausgewiesen, da sie sich auf diesem Grundstück befindet. Sie liegt jedoch hauptsächlich am Kapellenweg und ist von der Alpentalstraße nur über einen Weg erreichbar.

Quellen

  • Denkmalliste
  • Informationstafel