Waldkapelle Maria-Tann

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Waldkapelle Maria-Tann
Waldkapelle Maria-Tann.JPG
Ort Teisendorf; Waging am See
Adresse/Lage Unterforst; Forststraße zwischen Hofholz und Forst (Gde. Waging a.See)
Höhe 580 m
Koordinaten

47°53′23″N 12°44′56″E

Baujahr 1899
Denkmal-Nr. D-1-72-134-248

Waldkapelle Maria-Tann (auch: Moari-Tann und Moari-To) bezeichnet eine denkmalgeschützte Wegkapelle in einer Exklave (Gemarkung: Rückstetten) der Marktgemeinde Teisendorf.

Lage

Die Marienkapelle befindet sich versteckt im Wald Unterforst an einer Forststraße zwischen den Ortsteilen Hofholz (Gemeinde Teisendorf) und Forst (Gemeinde Waging am See). Durch die Lage auf der Orts- und Landkreisgrenze gehört sie sowohl zur Marktgemeinde Teisendorf im Landkreis Berchtesgadener Land als auch zur Marktgemeinde Waging am See im Landkreis Traunstein.

Geschichte

Der Ursprung der Kapelle soll einer Sage nach auf einen Jäger zurück gehen. Dieser hatte auf der damals hier stehenden Grenztanne „Moari-Tann“ einen Hochstand. Als er eines Tages von diesem runter fiel, löste sich ein Schuss, verwundete den Jäger jedoch nicht. Aus Dankbarkeit brachte er anschließend an der Tanne eine Votivtafel an.[1] In der folgenden Zeit entwickelte sich der Baum wohl zu einer Pilgerstätte und viele Pilger hängten ihre Krücken und Opferstöckeln in den Baum[2].

Im Jahr 1899 errichteten die Bauern vom „Schnaitter Viertel“ an der Stelle an der die Grenztanne stand, die heutige Waldkapelle Maria-Tann.[1] Das Schicksal der alten Tanne ist nicht bekannt.

Beschreibung

Innenansicht der Kapelle

Die Waldkapelle ist ein grob quadratischer Massivbau mit einem großen dreiseitigen Chorschluss, wodurch die Kapelle deutlich breiter als tief wirkt. Die Wände sind verputzt und am Chorschluss zusätzlich mit Blechern verkleidet. Das Dach besteht aus einer Kombination von Satteldach im vorderen Bereich und Zeltdach im Bereich Chorschluss. Es ist komplett mit Holzschindeln gedeckt und auch der Giebel ist mit Holz und einer Metallleiste als unterer Abschluss verkleidet. In den Seitenwänden gibt es jeweils ein undurchsichtiges Fenster. Zur Straßenseite hin befindet sich mittig eine große Holztüre die bis knapp unter den Giebel reicht. Am höchsten Punkt der Türe ist eine Plakette mit einem Spruch angebracht:

Wanderer verweile,
vergiß des Lebens Eile,
kehr bei Deinem Schöpfer ein

Ausgestattet ist die Kapelle Maria-Tann mit mehreren kirchlichen Einrichtungsstücken. Links der Türe ist ein Weihwassergefäß eingemauert. An den Seitenwänden ist jeweils eine große hölzerne Sitzbank mit Lehne angebracht. In der Rückwand ist mittig eine große Wandnische integriert. Diese mit einem massiven Eisengitter versperrte Nische verfügt über einen Altar, in dem im oberen Bereich eine Heiliggeisttaube und darunter ein Gemälde der Maria mit dem Kind hängen. Darunter steht eine Marienstatue aus Porzellan. Zahlreiche Kerzen verschiedener Größen und Blumen schmücken die Nische.

Gegenüber der Waldkapelle ist zwischen den Bäumen ein Platz mit Tisch und Sitzbänken zum Verweilen eingerichtet.

Religiöse Feiern

Gelegentlich treffen sich Gläubige an der Kapelle zu Gottesdiensten oder Andachten. Der Waginger Verein „Maria-Tann-Wanderer“ etwa, hält an der Kapelle jährlich eine Maiandacht und eine Weihnachtsandacht ab. Daneben finden auch immer wieder Wanderungen oder Wallfahrten mit Ziel Maria-Tann statt.

Name

Moari-Tann setzt sich zusammen aus Moari, das eine bayerische Bezeichnung für Grenze ist, und Tann, ein altes Wort für Tanne. Moari-Tann leitet sich also von der Lage der Tanne an der Gemeindegrenze ab. Aus dem „Moari“ wurde wohl im laufe der Zeit „Maria“. Ob bereits das Votivbild an der Tanne eine Darstellung der Maria zeigte, ist unklar..

Sonstiges

Wegkreuz südliche von Maria-Tann

Etwa 150 Meter südlich der Waldkapelle hängt an einem Fichtenbaum neben der Forststraße ein Wegkreuz. Es wurde von Josef Farmbauer aus Heigelsberg angefertigt und dort um 1995 aufgehängt.[3] Weiters befindet sich zwei Bäume dahinter noch ein Vogelhäuschen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Markt Teisendorf: Heimatbuch Teisendorf. Markt und Land. 2001, S. 212..
  2. Informationsschild "Maria Tann" neben der Kapelle
  3. https://www.marterl.at/index.php?id=54&no_cache=1&oid=2536