Karkopf

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Karkopf
Karkopf.JPG
Orte Bischofswiesen; Schneizlreuth
Koordinaten

47°41′11″N 12°53′34″E

Gebirge Lattengebirge
Höhe 1738m
Erschließung Bergwanderweg
Dominanz 5,27 km → Hirschangerkopf
Gipfelkreuz Ja
Besonderheiten Höchster Berg des Lattengebirges

Der Karkopf ist ein Berg im Lattengebirge an der Grenze zwischen Bischofswiesen und Schneizlreuth und mit 1.738 Metern Höhe dessen höchste Erhebung.

Beschreibung

Gipfel
Gipfelplateau

Der Karkopf bildet den Nordabschluss des Lattengebirgs-Hauptkamms, kurz bevor dieser in den Nordkamm übergeht. Er schließt nach Norden hin an die beiden Berge Dreisesselberg und Schreck des Nordkamms an. Nach Osten hin fällt der Karkopf steil bis senkrecht ins Kar ab. Auf seiner Südseite geht der Berg entlang des Hauptkamms in den Törlkopf über und nach Westen senkt er sich mäßig in Richtung Röthelbach ab.

Den Gipfel bildet ein kleines steiniges Plateau auf dem mittig das Gipfelkreuz steht. Erschlossen ist er von der Westseite her über einen gering ansteigenden Pfad der überwiegend aus Steinen und Wurzeln besteht. Der Pfad beginnt an einer Wegkreuzung, die zwischen dem Karkopf und dem Schreck in 1.689 Metern Höhe liegt.

Ein Großteil des Bergs ist mit Latschenfeldern bedeckt. Daneben finden sich, vor allem auf der Ostseite, viele Felswände und vereinzelt auch kleine Wiesen. Waldstücke sind selten und nehmen nur eine untergeordnete Rolle ein.

Über den Hauptkamm und den Gipfel verläuft die Gemeindegrenze zwischen Bischofswiesen (Bischofswiesener Forst) und Schneizlreuth (Forst St. Zeno), weswegen der Karkopf zu beiden Gemeinden gehört.

In den Osthängen finden sich in rund 1.300 Metern Höhe der Steinbergsee und die aufgelassene Steinbergalm.

Gipfelkreuz

Gipfelkreuz

Mittig auf dem Gipfelplateau steht ein einfaches Holzkreuz mit einer Höhe von gut sieben Metern . Errichtet wurde es 1949[1] von den Mitgliedern des Weihnachtsschützenvereins Winkl. Im unteren Drittel hängt eine Holztafel die an die vermissten und gefallen Kameraden des Vereins erinnert. Direkt vorm Kreuz steht ein schlichter Holztisch.

Bau

Auf der Generalversammlung der Winkler Weihnachtsschützen am 4. Februar 1949 unterbreitete Martin Schwaiger senior den Vereinsmitgliedern den Vorschlag, ein Denkmal für ihre gefallenen Kameraden zu errichten.

Rund fünf Monate später begannen die Vereinsmitglieder mit den Vorarbeiten für das Denkmal. Als erstes schlugen sie am 25. Juni[2] eine Lärche in der Nähe des Törls (Törlscharte?) und fertigten daraus das Kreuz. Ein paar Tage später, am 6. Juli, schlugen sie auf dem Gipfel ein 1,80 Meter tiefes Loch in den Felsboden.

Am folgenden Sonntag den 10. Juli trugen 32 Weihnachtsschützen das Kreuz zum Gipfel und stellten es trotz eines schweren Gewitters mit Schneesturm und Hagel pünktlich um 12 Uhr Mittag auf. Die offizielle Einweihung erfolgte dann am 20. August durch den Winkler Kaplan Josef Fendt.[3]

Gedenktafel
Karkopf-Gipfelkreuztafel.JPG

Weihnachtsschützen Winkl
Zum Gedenken an die gefallenen
und vermißten Kameraden
der beiden Weltkriege
1914-1918 und 1939-1945

Name

Kar zwischen Karkopf, Dreisesselberg und Keilkopf

Der Karkopf verdankt seinen Namen der kesselförmigen Eintiefung des Geländes zum Dreisesselberg und zum Keilkopf hin. Diese Eintiefung wird „Kar“ genannt.

Einzelnachweise

  1. Deutscher Alpenverein, Hellmut Schöner: Berchtesgadener Alpen. Berchtesgaden 1950, Vorderthann'sche Buchdruckerei u. Verlag, S. 56.
  2. Im Buch wird statt dem 25. Juni der 25. Juli genannt. Dieser ist jedoch kein Samstag und hätte auch zeitlich nicht zum restlichen Bau gepasst.
  3. Rudolf Kriss: Die Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes und ihr Brauchtum. 4. Auflage, Berchtesgaden 1994, ISBN 3-925647-10-4, S. 154f.