Aufhamer Bach

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Aufhamer Bach
Aufhamer Bach-Geschiebesperren.JPG
Orte Anger
Ortsteile Aufham
Koordinaten

47°46′39″N 12°51′8″E

Verlauf West-Ost
Flusssystem Donau
Abfluss Stoißer Ache → Saalach → Salzach → Inn → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Sonnleitenwald & Aufhamer Wald (1050 m)
Mündung Stoißer Ache (482 m)
Höhenunterschied 568 m
Länge 3,596 km[1]

Der Aufhamer Bach ist ein Wildbach durch den Angerer Ortsteil Aufham und der größte Zufluss der Stoißer Ache[2].

Verlauf

Im Bereich Jechlinger Straße und Autobahnbrücke

Ursprung des Aufhamer Bachs ist ein breit gefächertes Quellgebiet im Staufenecker Forst. Aus dem Quellgebiet windet er sich nach Osten und Nordosten in Richtung Aufham, bis er im Bereich der Staufenstraße das Ortsgebiet erreicht. Dort quert der Bach gleich zu Beginn die Staufenstraße und bildet dann bis zum Maurerweg den Ortsrand. Am Ende des Maurerwegs kreuzt er die Dorfstraße und folgt dieser dann hinunter zur Hauptstraße (St 2103). Hier passiert der Aufhamer Bach kurz hintereinander die Hauptstraße, die Bundesautobahn 8 und die Jechlinger Straße und mündet einige Meter weiter beim Achenweg in die Stoißer Ache ein.

Beschreibung

Aufhamer Bach als Wildbach
Größerer Quellbach

Der Aufhamer Bach befindet sich im südlichen Gemeindegebiet der Gemeinde Anger. Er entspringt aus einem großen Quellgebiet mit zahlreichen Kleinbächen und Gräben im Sonnleitenwald und Aufhamer Wald (beide zum Staufenecker Forst gehörig) und fließt dem Angerer Ortsteil Aufham entgegen, an dessen Ostende er in die Stoißer Ache mündet.

Das Quellgebiet umschließt eine Fläche von grob 2,5 km², die an der Gemeindegrenze nach Piding im Bereich Steineralm in rund 1.050 Meter Höhe beginnt, dann entlang der Landkreisgrenze zum Sonnleitensattel (ca. 930 Meter)[3] führt und weiter bis in die Südhänge des Sonnleitenbergs in knapp über 1.000 Metern Höhe reicht.

Der Bach ist als Wildbach eingestuft und 3.596 Meter lang (ohne Quellbäche). 2,5 Kilometer davon sind zum Hochwasserschutz mit Querbauwerken und Kanalisierungen „ausgebaut“. Deutliche Eigenschaften eines Wildbachs finden sich erst oberhalb der Ausbaustrecke, welche etwa beim Schinda-Bründl endet.

Verbauung

Kanalisierung im Ortsgebiet

Mit Ausnahme des Quellgebiets, weist der gesamte Aufhamer Bach eine intensive Hochwasserverbauung durch Querbauwerke und Kanalisierungen auf. Im Verzeichnis der ausgebauten Wildbachstrecken in Bayern werden derzeit 2,5 Kilometer als „ausgebaut“ angegeben. Dies betrifft den gesamten Unterlauf im Ortsgebiet und ein Großteil des Mittellaufs, bis etwa zum Schinda-Bründl.[4] Auch darüber hinaus sind noch weite Teile verbaut, sie werden jedoch nicht als „ausgebaut“ eingestuft.

Mit einer fast vollständigen Kanalisierung im Ortsgebiet, besitzt der Unterlauf die stärkste Verbauung. Nur gering weniger verbaut ist der Mittellauf, in dem Querbauwerke die vorherrschende Art des Hochwasserschutzes sind. Diese Querbauwerke sind als Geschiebesperren ausgeführt und stehen oftmals nur wenige Meter voneinander entfernt. Sie reichen von kleinen Stufen bis zu meterhohen Gefällen und sind überwiegend aus Stein und vereinzelt aus Gabionen gebaut. Im Quellgebiet finden sich auch ein paar wenige Sperren aus Holz.

Viele der Geschiebesperren sind bereits über 100 Jahre alt, weswegen einige von ihnen inzwischen deutliche hochwasserbedingte Schäden an der Bausubstanz aufweisen. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein saniert daher seit einiger Zeit die schadhaften Bauwerke. Die erste Baumaßnahme fand im Frühsommer 2020 statt, bei der vier Sperrbauwerke für ca. 90.000 € erneuert wurden.[5]

Nutzung

Die Nutzung des Aufhamer Bachs beschränkt sich im Wesentlichen auf die Wasserkraft. Je ein Kleinwasserkraftwerk befindet sich im Mittellauf (E-Werk Hofmaisgraben) und im Unterlauf (E-Werk Schornermühle). Beide liefern zusammen eine Leistung von 53 kW. Der Aufhamer Bach gilt damit als „energetisch ausgeschöpft“[6]

Sonstiges

Im Bereich der Sonnleiten-Diensthütte befand sich nach dem abschmelzen der Gletscher ein kleiner See. Mit der Zeit durchschnitt der Aufhamer Bach den stauenden Moränenhügel jedoch so tief, dass der See abfloss.[7]

Name

Der Aufhamer Bach ist nach der Ortschaft Aufham benannt, durch die er fließt.

Einzelnachweise

  1. Energienutzungsplan Gemeinde Anger
  2. Landratsamt Berchtesgadener Land: Energienutzungsplan Gemeinde Anger. Oktober 2015 bis Oktober 2017, S. 48
  3. Walter Erhardt: DER STAUFEN Geologische Aufnahme der Berge zwischen Reichenhall und Inzell. 1931, Verlag des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, S. 4 (Vorwort).
  4. Ausgebaute Wildbachstrecken in Bayern (Anlage 3)
  5. Pressemitteilung "Wildbach-Sperren im Aufhamer Bach saniert" des Staatlichen Bauamts vom 20. Juli 2020
  6. Landratsamt Berchtesgadener Land: Energienutzungsplan Gemeinde Anger. Oktober 2015 bis Oktober 2017, S. 50 & 57
  7. Walter Erhardt: DER STAUFEN Geologische Aufnahme der Berge zwischen Reichenhall und Inzell. 1931, Verlag des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, S. 30.