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Bahnhof Hammerau

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Bahnhof Hammerau
Ort Ainring
Adresse Bahnhofstraße 10, Hammerau
Koordinaten

47°47′45″N 12°56′47″O

Höhe 441 m
Inbetriebnahme 1866
Bahndaten
Bahnhofstyp Bahnhof
Abkürzung MHAU
Kategorie 6
Preisklasse 6
Bahnstrecke Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden
Streckenkilometer 5,883
Gleise 2
Bahnsteige 2
Bahnsteiglänge 180 m
Bahnsteighöhe 55 cm
Barrierefreiheit Vollständig
Schienenersatz Bushaltestelle Hammerau

Der Bahnhof Hammerau ist eine Bahnstation an der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden bei Hammerau in der Gemeinde Ainring. Neben dem Hammerauer Bahnhof gibt es im Gemeindegebiet bei Mitterfelden noch den Bahnhaltepunkt Ainring.

Lage & Anbindung

Ein Zugang zum Bahnsteig 1 mit Verbindung zur Bushaltestelle Bahnhof Hammerau
Westzugang mit Fahrradparkplatz

Der Bahnhof befindet sich am Westrand von Hammerau an der Grenze zum Ortsteil Rauchenbücheln. Er gehört zur Bahnhofstraße (Hausnummer 10), die auf der Ostseite an den Bahnanlagen vorbei zieht. Die Bahnhofstraße bildet mit mehreren Zuwegen zugleich auch den Hauptzugang. Ein zweiter Zugang liegt gegenüber des Bahnhofs bei Rauchenbücheln.

Die Bahnhofstraße verbindet den Bahnhof mit dem öffentlichen Personennahverkehr und dem Individualverkehr. Am Südende der Bahnanlagen befindet sich die barrierefreie Bushaltestelle Hammerau Bahnhof. Der Schienenersatzverkehr hält hier jedoch nicht. Dieser fährt stattdessen die rund 100 Meter entfernte und nicht barrierefreie Bushaltestelle Hammerau an, welche an der Hammerauer Ortsdurchfahrt (Reichenhaller Straße / B 20) liegt.

Im unmittelbaren Umkreis zum Bahnhof existieren zwei Parkplätze. Direkt am Bahnhofvorplatz gibt es einen Kleinparkplatz mit drei Behindertenstellplätzen. Nur wenige Meter südwestlich davon ist neben der Bushaltestelle ein P+R-Parkplatz eingerichtet. Für Radfahrer steht beidseits des Bahnhofs an den Zugängen je ein überdachter Fahrradparkplatz zur Verfügung.

Bahnhof

Empfangsgebäude

Ehemaliges Empfangsgebäude auf Bahnseite mit Bogengang

Direkt vorm Bahnhof steht ein großes gelbes Gebäude, das den Weg zu den Bahnanlagen weist. Dieses ehemalige Empfangsgebäude weist eine Fläche von rund 200 m² auf und besitzt zwei Stockwerke, sowie ein Satteldach. Bahnseitig ist ein eingeschossiger Bogengang angebaut, der jeweils ein Bogenelement über die Gebäudegrenzen hinaus ragt. Der Gang ist bereits seit vielen Jahren verschlossen.

Gleisanlage

Westlich des Empfangsgebäudes befinden sich die Gleisanlagen des Bahnhofs. Die Anlagen umfassen zwei mittig gelegene Bahnsteiggleise mit den Nummern 1 und 2 und zwei Bahnsteige. Gleis 1 liegt am Hausbahnsteig und Gleis 2 am Außenbahnsteig. Beide besitzen jeweils eine Länge von 180 Metern und eine Höhe von 55 cm. Der Hausbahnsteig ist mehrfach an die Bahnhofstraße angebunden. Zum Außenbahnsteig gibt es nur eine Anbindung an die Straße durch Rauchbücheln. Eine barrierefreie Fuß- und Radwegunterführung mit Treppen und Rampen verknüpft sowohl die Bahnsteige als auch die Anbindungen miteinander. Die Unterführung dient, aufgrund des Wegfalls eines nahen Fußgängerbahnübergangs 2018, auch als Ortsteilverbindung. Für Reisende gibt es an beiden Bahnsteigen je ein Glaswartehäuschen.

Die Bahnsteige sind so gestaltet, dass unter den Bahnsteigkanten Schutzräume (Krauchnischen) vorhanden sind. Hammerau ist bisher der einzige Bahnhof im Landkreis mit dieser Art Schutzsystem.

Die Steuerung aller Signale und Weichen erfolgt komplett per Fernstellung vom Stellwerk Freilassing aus, weswegen vor Ort nicht einmal ein Stellwerk existiert.

Verkehr

Personenverkehr

Hammerau wird heute ausschließlich im Regionalverkehr bedient. Die beiden S-Bahn-Linien S3 und S4 verkehren in einem groben Halbstundentakt und binden Hammerau unter anderem an die größeren Verkehrsknoten des Landkreises in Freilassing, Bad Reichenhall und Berchtesgaden an.

Morgens und abends verkehrt zudem noch der Fernverkehrszug Königssee-Express, der auf der Strecke jedoch nur abgestuft als Regional-Express unterwegs ist.

Güterverkehr

Güterverkehr existiert im Bahnhof nur in Form von Rangierfahrten für einen nahen Industriebetrieb. Unweit des Bahnhofs zweigt hinter dem Bahnübergang Wiesbachhäusl (An der Straß) das Industriegleis zum Stahlwerk Annahütte ab. Um dieses zu erreichen, müssen Güterzüge bis ins Bahnhofsareal einfahren.

Geschichte

Altes Empfangsgebäude
Schienereste der Anbindung des Sägewerks beim Bahnübergang Ulrichshögl

Errichtet wurde der Bahnhof mit dem Bau der Bahnstrecke Freilassing–Reichenhall in den Jahren 1865/1866. Noch im gleichen Jahr wurde dem Bahnhof bereits eine Postexpedition zur Seite gestellt.[1]

Im Jahre 1892 wurden für 722,35 Mark die Laderampe verlegt und für eine neue Bodenwaage die Gleisaufstellung verändert.[2]

Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt erhielt das etwa 450 Meter entfernte Sägewerk Riegel (1927-1963) einen eigenen Gleisanschluss. Dieser zweigte noch im Bahnhof ab und verlief dann parallel zur Bahnstrecke ins Sägewerk.[3] Reste des Gleises sind noch beim Bahnübergang Ulrichshögl zu sehen.

Im Jahre 1978 wurden die beiden Stellwerke stillgelegt und aufgelöst. Die Steuerung der Anlagen erfolgte ab dann ferngestellt vom Stellwerk in Freilassing.[4]

2013 konnte die Gemeinde das ehemalige Empfangsgebäude von der Deutschen Bahn erwerben.[5] Später gab es dann Überlegungen für einen Weiterverkauf.[6]

Von 2016 bis 2018 erfolgte, zeitgleich mit dem Bahnhof Piding, ein komplett barrierefreier Ausbau des Bahnhofs. Bis dahin war vor allem der Mittelbahnsteig nicht viel mehr als eine wenige Zentimeter hohe Mischung aus Asphalt und Schotter. Im Zuge des Ausbaus wurde die Bahnunterführung gebaut und der am Nordostende gelegene Bahnübergang Hain mit Umlaufsperre, der zudem eine Langsamfahrstelle war, aufgelöst (KM 5,666 bei Rauchenbücheln 2A und Reichenhaller Straße 16).[7] Da die Unterführung neben dem Bahnzweck auch als Ortsverbindung geplant wurde, musste sich die Gemeinde Ainring mit ca. 579.000 Euro am Bau beteiligen.[8] Die Fertigstellung des modernisierten Haltepunkts wurde dann von der Gemeinde am 16. September 2018 mit einem großen Bahnhoffest gefeiert.[9]

Während des Umbaus erwarb die Gemeinde am 9. April 2018 eine kleine Teilfläche mit 1.591 m² nordöstlich des Hausbahnsteigs von der Deutschen Bahn AG. Darauf errichtete sie anschließend einen Spielplatz.[10]

Sonstiges

Am 27. Juli 1912 verstarb der Ainringer Heimatdichter Franz Wisbacher im Hammerauer Bahnhof. Wisbacher war an diesem Tag gerade aus Salzburg zurück gekehrt und wurde im Bahnhof von einem Zug erfasst.[11]

Neben der Rampe am Gleis 1 befindet sich ein kleiner Abenteuerspielplatz mit bahntypischen Elementen.

Vorm Bahnhof steht das Naturdenkmal Platane am Hammerauer Bahnhof.

Einzelnachweise

  1. Verordnungs- und Anzeige-Blatt für die Königlich Bayerischen Verkehrs-Anstalten. No. 33 vom 28. Juni 1866 & No. 44 vom 24. Juli 1866
  2. Statistischer Bericht über den Betrieb der Königlich-Bayerischen Verkehrs-Anstalten im Verwaltungsjahre 1892 S. 32
  3. https://www.riegel-holz.com/ueber-uns/riegel-holzhandel Außenbild des Sägewerks
  4. https://stellwerke.info/stw/?ds100=MHAU
  5. Ainringer Gemeindezeitung Nr. 42
  6. Ainringer Gemeindezeitung Nr. 48
  7. Planfeststellungsbeschluss „Barrierefreier Umbau des Bahnhofs Hammerau mit Neubau von Außenbahnsteigen, Neubau einer Fußgängerunterführung und Rückbau des Bahnübergangs Hain“ 02.02.2016
  8. Ainringer Gemeindezeitung Nr. 55
  9. Ainringer Gemeindezeitung Nr. 63
  10. Freistellungsbescheid gemäß § 23 AEG für ein Flurstück bzw. mehrere Flurstücke in der Gemeinde Ainring Bahn-km 5,789 bis 5,853 der Strecke 5740 Freilassing - Bad Reichenhall. 12. November 2018
  11. Heimatblätter vom 21. März 2009: Ainring gedenkt heuer seines Heimatdichters