Bundesstraße 20

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Dieser Artikel behandelt nur den Abschnitt der Bundesstraße 20 im Landkreis Berchtesgadener Land.
Bundesstraße 20
im Bereich Bischofswiesen Winkl
im Bereich Bischofswiesen Winkl
Typ Bundesstraße
Orte Laufen; Saaldorf-Surheim; Freilassing; Ainring; Piding; Bad Reichenhall; Bayerisch Gmain; Bischofswiesen; Berchtesgaden; Schönau am Königssee
Verlauf Nord-Süd
Länge 260 km
Spuren 2
Oberfläche Asphalt
Saalachbrücke – Die Verbindung zwischen dem südlichen und dem nördlichen Landkreis

Die Bundesstraße 20 (Abkürzung: B 20) ist die Hauptverkehrsachse des Landkreises Berchtesgadener Land und die einzige Straßenverbindung zwischen dem südlichen und dem nördlichen Landkreis. Sie verläuft in Nord-Süd-Richtung durch Laufen, Saaldorf-Surheim, Freilassing, Ainring, Piding, Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Bischofswiesen, Berchtesgaden und Schönau am Königssee und endet kurz vorm Königssee.

Geschichte

Entstehung

Die (ursprüngliche) Bundesstraße basiert überwiegend auf alten Reise- und Fernhandelsrouten die bereits seit Jahrhunderten genutzt wurden.[1]

Weimarer Republik & Nationalsozialismus

B 20 zwischen Gablerknoten und Staufenbrücke

Am 17. Januar 1932 begann die Weimarer Republik im Deutschen Reich ein Nummernsystem für Fernstraßen einzuführen. Die Fernverkehrsstraße 20 (F für Fernstraße) führte vom Grenzübergang Melleck / Steinpass über Bad Reichenhall zum Grenzübergang Kleiner Walserberg, entsprach also der heutigen Bundesstraße 21.[2]

Die Nationalsozialisten ordneten mit dem "Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung" am 26. März 1934 unter anderem die Umbenennung der Fernverkehrsstraßen in Reichsstraßen („R“) an, wodurch aus der F 20 die R 20 wurde. Bis 1936 wurde das Reichsstraßennetz erheblich erweitert und zum Teil auch umgewidmet. Die R 20 führte nun nicht mehr zum Walserberg, sondern ab Bad Reichenhall nach Freilassing und Laufen und weiter über Marktl und Straubing bis hinter Cham. Außerdem erhielt der Abschnitt von Bad Reichenhall nach Berchtesgaden die Kennung R 21.[3]

Durch den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich 1938 erfolgte 1940 eine teilweise Neuordnung der Straßen. Der bisherige Abschnitt der R 20 durch das kleine deutsche Eck kam zur R31, die bis nach Linz verlängert wurde. Dafür wurde die R21 nach Berchtesgaden der R20 zugeschlagen und die R21 in Österreich neu vergeben.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Straßennummernsystem angepasst und aus der Reichsstraße 20 wurde die Bundesstraße 20.

Ab den 1950ern begann aufgrund des Aufstiegs des Automobils ein reger Ausbau der Bundesstraße. Zu den ersten größeren Bauten gehörten die Anlegung der Bad Reichenhaller Umgehungsstraße in den Jahren 1952-53 und 1966 und der Neubau zwischen Schwöb und Königssee 1959.[4]

Auch in der nachfolgenden Zeit kam es zu weiteren umfangreichen Baumaßnahmen wie etwa der Errichtung der Freilassinger Umgehungsstraße zwischen 1975 und 1977 und der anschließenden Trassenverlegung zwischen Freilassing und Laufen im Jahr 1979 (die alte Trasse wurde zur Kreisstraße BGL 2).[5]

Gegenwart

Bis zum heutigen Tage halten die Baumaßnahmen an der Bundesstraße fast unvermindert an.

Ende Juni 2018 wurde die Hangstützmauer der Bundesstraße beim Eisenrichterberg durch eine Hangrutschung schwer beschädigt. Sie wurde bis zum November 2021 in mehreren Abschnitten komplett neu aufgebaut.

Im Jahr 2020 erfolgte die Sanierung mitsamt geringem Ausbau der Hammerauer Ortsdurchfahrt.

Zukunft

B 20 im Ortskern von Laufen (Briouder Platz)

Auch für die Zukunft gibt es bereits mehrere Bauvorhaben, die in der Planung unterschiedlich weit fortgeschritten sind.

Ortsumfahrung Laufen

Seit Jahrzehnten gibt es Planungen für eine Ortsumfahrung des Laufener Ortskerns um diesen vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Die aktuell im Planfeststellungsbeschluss vorgesehene Variante würde bei Niederheining beginnen, bei Oberheining und Froschham vorbei laufen und hinter Laufen bei Arbisbichl enden. Da diese Variante einen massiven Flächenverbrauch bedeutet und zahlreiche landwirtschaftliche Flächen zerstört, ist sie in der Bevölkerung heftig umstritten.

Kirchholztunnel

Ähnlich wie in Laufen, gibt es auch in Bad Reichenhall seit langer Zeit Pläne für Verlegung der Bundesstraße. In Bad Reichenhall liegt jedoch eine andere Ausgangssituation vor, da die Bundesstraße bereits seit Jahrzehnten auf einer Umgehungsstraße liegt und die Bebauung sich dieser immer weiter annäherte.

Die Planungen für die zweite Ortsumfahrung sehen den Bau eines Tunnels durch das Kirchholz vor. Dieser Kirchholztunnel soll beim Gablerknoten beginnen und im Bereich der Ortsgrenze Bad Reichenhall / Bayerisch Gmain wieder Zutage treten. Den weiteren Anschluss zur B 21 soll dann der Stadtbergtunnel herstellen.

Auch dieses Bauprojekt ist aufgrund der Landschaftsschädigung und der Gefahren für die Reichenhaller Solequellen sehr umstritten.[6] Vonseiten des Bauamts liegen die Planungen derzeit auf Eis.[7]

Verlauf

B 20 auf Höhe der Landkreisgrenze

Die Bundesstraße beginnt in der Oberpfalz bei Furth im Wald im Landkreis Cham, an der deutsch-tschechischen Grenze und führt nach Süden bis kurz vor den Königssee in der Gemeinde Schönau am Königssee.

Im Nordosten der Stadt Laufen tritt die Straße vom Landkreis Traunstein in den Landkreis Berchtesgadener Land ein und führt zunächst direkt in den Ortskern der Stadt. Von dort geht sie etwa parallel zur Salzach nach Süden, vorbei an Saaldorf-Surheim, bis Freilassing zum Knoten Freilassing-Mitte. Anschließend verläuft sie auf einer Trasse mit der B 304 bis zum Knoten Freilassing-Süd und dann weiter durch das östliche Gemeindegebiet von Ainring. Am Übergang des Hammerauer Bergs in den Pidinger Berg erreicht die Straße die Gemeinde Piding. In Piding führt sie um den Ortskern, trifft dabei auf die Anschlussstelle Bad Reichenhall der A 8 und zieht sich dann nach Süden zur Saalachbrücke B 20 um anschließend in das Ortsgebiet von Bad Reichenhall zu wechseln. Kurz nach der Brücke, am Gablerknoten, verbindet sich die B 20 mit der B 21 und geht als Umgehungsstraße Loferer Straße an der Innenstadt vorbei bis zum Verkehrsverteiler-Süd, wo sie sich wieder von der B 21 trennt. Direkt im Anschluss folgen der Kreisverkehr Reichenbachstraße und der Verkehrsknotenpunkt Stachus. Nach dem Stachus geht die Straße vorbei an der Bad Reichenhaller Altstadt und erklimmt dann die höhergelegene Gemeinde Bayerisch Gmain. Hier führt sie mitten durch das Ortsgebiet und dann den Hallthurmer Berg hinauf zum Pass Hallthurm in Bischofswiesen. Anschließend verläuft die Bundesstraße über den Eisenrichterberg und weiter parallel zur Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden durch das Bischofswieser Gemeindegebiet bis zum Kreisverkehr Stanggaß. Von dort zieht sie sich um das Gebiet von Böcklweiher und Strub und fällt dann zum Kreisverkehr Stangenwald mit der B 305 beim Gewerbegebiet Im Stangenwald ab. Vom Kreisverkehr bis zum Bahnhofkreisverkehr in Berchtesgaden teilt sich die B 20 die Trasse mit der B 305. Im letzten Abschnitt verläuft die Bundesstraße durch das Gebiet der Gemeinde Schönau am Königssee und endet direkt vorm Parkplatz Königssee an der Verbindung zur BGL 1.

Straßennamen

B 20 als Anton-Winkler-Straße in Bad Reichenhall

Aufgrund der Länge und der zahlreichen Kommunen die die Bundesstraße durchquert, besitzt sie viele Straßennamen, die zum Teil auch mehrfach verwendet werden. Namen in Klammern bezeichnen inoffizielle Bezeichnungen.

Blaue Route

Markierung der Blauen Route bei Tittmoning

Eine Besonderheit der Bundesstraße ist die Schildermarkierung des Teilabschnitts zwischen den Autobahnen A 8 in Piding und A 3 in Straubing mit blauen Punkten und blauen Ringen. Diese sogenannte „Blaue Route“ existiert seit den Olympischen Sommerspielen 1972. Sie sollte eine großräumige Umgehung von München für den Fernverkehr ermöglichen. In Richtung Süden (zur A 8) ist die Markierung ein blauer Punkt und in Richtung Norden (zur A 3) ein blauer Ring.

Einzelnachweise

  1. Urpositionsblätter
  2. http://www.carsten-wasow.de/reichsstrasse/reichsstrassen-1934.htm
  3. Die Straße. 1936, https://www.autobahn-online.de/reichsstr/ (Teil Südost)
  4. Adam Maltan: Chronik der Gemeinde Schönau am Königssee. 1985, S. 24.
  5. Deutscher Bundestag – Drucksachen 8/2017 & 8/4129 – Straßenbauberichte 1977 & 1979
  6. Positionen zum Bürgerentscheid Kirchholz- und Stadtbergtunnel
  7. https://untersberger.info/bericht/12503/Stra%C3%9Fenbauplanungen-des-Staatlichen-Bauamts-im-Raum-Bad-Reichenhall.html