Stöhrhaus

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Stöhrhaus
Stöhrhaus 030704.jpg
Ort

Bischofswiesen

Berg Berchtesgadener Hochthron
Höhe 1894m
Koordinaten

47°41′35″N 12°58′50″E

Baujahr 1898-1901
Besitzer DAV-Sektion Berchtesgaden
Öffnungszeiten Ende Mai bis Mitte Oktober

Stöhrhaus bezeichnet eine Alpenvereinshütte auf dem Untersberg in der Gemeinde Bischofswiesen.

Lage

Das Stöhrhaus befindet sich mitten im Untersbergmassiv im Gemeindegebiet von Bischofswiesen direkt an der Grenze zum gemeindefreien Gebiet Schellenberger Forst. Häufig findet sich noch die Angabe Marktschellenberg statt Bischofswiesen, was seit dem 1. Januar 2010 jedoch nicht mehr korrekt ist (siehe dazu #Geschichte).

Die Hütte liegt auf einem Hochplateau nur etwa 450 Meter westlich vom höchsten Gipfel, dem Berchtesgadener Hochthron, entfernt.

Einige Meter vom Haus entfernt, findet sich die kurze und steile Höhle Mittagsloch. Etwa einen Kilometer nach Südosten befindet sich die Hütte Scheibenkaser.

Zugänge

Zugänge gibt es von mehreren Seiten. Aus Bischofswiesen führen beispielsweise Wege von Hallthurm über Zehnkaser, Winkl über Reisenkaser und Aschau über den Stöhrweg hinauf. In den Stöhrweg mündet auch ein Weg von Hintergern. Weiters gibt es auch Wege aus den nördlichen Gebieten wie aus Marktschellenberg und von der Untersbergbahn.


Beschreibung

Geöffnet ist das Stöhrhaus in der Regel zwischen Ende Mai bis Mitte Oktober. Es wird dann gerne als Ausgangspunkt für größere Wanderungen ins Untersbergmassiv genutzt. Für Besucher stehen etwa 15 Betten und 37 Matratzenplätze zur Verfügung (der Alpenverein weist 16 und 42 aus).

Die Hütte ist ans Stromnetz im Tal angeschlossen, der Strom wird trotzdem nur sparsam genutzt. Für Trinkwasser wird das Regenwasser aufgefangen und in einem 50m³ Wassertank gespeichert.

Zur Versorgung gibt es eigens eine etwa 1,2 km lange Materialseilbahn die am Stöhrweg beginnt ca. 400 Höhenmeter bis zum Haus überwindet. Einiges kommt auch per Hubschrauber.

Geschichte

Das Stöhrhaus war nach dem Kärlingerhaus das zweite Berghaus, dass der Berchtesgadener Alpenverein baute. Es entstand zwischen 1898 und 1901.[1]

Während des Zweiten Weltkriegs besetzte die Flugwache das Haus und hinterließ es nach dem Kriegsende in einem katastrophalen Zustand.[2]

1964 bekam das Stöhrhaus eine Anbindung an das Stromnetz von Bischofswiesen. Der Grund hierfür war eine Planung der NATO, im Bereich des Berchtesgadener Hochthrons eine Radarüberwachungsanlage aufzustellen. Ab Mai 1962 verlegte die Bundeswehr zusammen mit der US-Armee vom neugebauten Schalthaus Winkl ein Mittelspannungskabel auf den Untersberg, an das auch das Stöhrhaus angeschlossen wurde. Das Projekt wurde später eingestellt, das Kabel blieb jedoch.[3]

Zwischen 1978-1979 entstand eine etwa 1,2 km lange Materialseilbahn vom Stöhrweg zum Haus.[2]

Durch die Auflösung des gemeindefreien Gebiets Bischofswiesener Forst zum 1. Januar 2010, erfolgte eine Umgemeindung des Grundstücks auf dem das Stöhrhaus steht (Flurnummer 94/1) von Marktschellenberg nach Bischofswiesen.[4]

Für den Herbst 2018 sind umfangreiche Sanierungen geplant.

Name

Das Haus (und auch ein Wanderweg dorthin) ist nach dem Textilfabrikanten und Wohltäter Kommerzienrat Paul Rudolf Eduard Stöhr (1846-1928) aus Eisenach benannt. Stöhr gab der Sektion Berchtesgaden eine großzügige Spende, wodurch diese dann das Stöhrhaus bauen konnte. Er wurde später ein Ehrenvorstand der Sektion.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ulli Kastner: Vom Wegebau zum Umweltschutz – 125 Jahre Alpenvereinssektion Berchtesgaden. in: Berchtesgadener Heimatkalender 2001. S.163.
  2. 2,0 2,1 https://www.stoehrhaus.de/die-huette/huettenchronik.html
  3. Gerhard Bilek-Sedlmeir: 50 Jahre Siedlung Winkl. Selbstverlag, 1996, S. 388f.
  4. Oberbayerisches Amtsblatt Nr. 25 vom 18. Dezember 2009. Rechtsverordnung über die Auflösung des gemeindefreien Gebietes „Bischofswiesener Forst“ – §5.