Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg

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Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg
Bahnhof-Bad Reichenhall Kirchberg.JPG
Ort Bad Reichenhall
Adresse Anton-Winkler-Straße 26
Koordinaten

47°43′6″N 12°52′27″E

Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden
Abkürzung MBRK
Kategorie 6
Streckenkilometer 1,66
Typ Bahnhaltepunkt
Baujahr 1888
Bahnsteiglänge 180m
Bahnsteighöhe 55cm
Bahnsteige 1
Gleise 1
Höhe 477m
Schienenersatz Bushaltestelle Tiroler Tor Predigtstuhlbahn

Der Bahnhof Bad Reichenhall-Kirchberg (meist nur Kirchberger Bahnhof) ist ein Bahnhaltepunkt in Bad Reichenhall an der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden.

Geschichte

altes Bahnhofsgebäude; heute die Zuverdienst-Werkstatt der AWO

Der Kirchberger Bahnhof wurde beim Ausbau der Bahnstrecke Freilassing–Bad Reichenhall nach Berchtesgaden im Jahr 1888 errichtet. Der Bau für das Bahnhofsgebäude wurde am 12. April 1888 mit geplanten Kosten von 8700 Mark ausgeschrieben. Der erste Zug, eine Dampflok gleichen Namens („Kirchberg“), traf bereits am 30. Juni 1888 am Bahnhof ein. Die Bahnstrecke ging am 25. Oktober 1888 in Betrieb.

Von 1900 bis 1902 wurden die Gleisanlagen verlängert, ein Stellwerk eingebaut und zwei Stumpfgleise angelegt. Der Bahnhof hatte zu dieser Zeit zwei Bahnsteige mit zwei Gleisen und ein Industriegleis. 1912 bekam der Bahnwärter die selbstständigen Erledigungen der Dienstgeschäfte übertragen und Kirchberg war damit zum „Bahnhof“ aufgestuft worden.[1]

Zu einem leichten Zugunglück kam es im Jahr 1932, bei dem zwei Züge im Bahnhof zusammen stießen. 40 Personen erlitten leichte Verletzungen.[2]

1933 wurde der Bahnhof zu einem Bahnhaltepunkt zurück gebaut. Bis auf ein Gleis mit Bahnsteig verschwanden sämtliche Gleisanlagen. [1]

Im Gegensatz zum Hauptbahnhof, der durch den Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde, kam der Kirchberger Bahnhof wohl ohne bemerkenswerte Schäden davon. In der Nachkriegszeit kam es aufgrund des Schwarzhandels häufig zu Razzien am Bahnhof[3].

Zum 1. August 2008 übernahm die Arbeiterwohlfahrt (AWO) das alte Bahnhofsgebäude und baute es bis Anfang 2010 zur Zuverdienst-Werkstatt um. Ein Fahrkartenautomat existiert seit dem Streckenbetrieb der BLB 2009 nicht mehr. 2011 ließ die Bahn den Haltepunkt umfassend modernisieren. Es wurden neben einem barrierefreiem Zugang mit Blindenleitsystem auch ein Wartehäuschen mit Fahrplananzeiger gebaut.

Zugang & Anschlüsse

Bushaltestelle Tiroler Tor am Bahnhof

Zugänge gibt es nur von der Anton-Winkler-Straße. Dort befinden sich am Anfang und Ende des Bahnhofs zwei barrierefreie Wege und in der Mitte am alten Bahnhofsgebäude eine Treppe.

Unterhalb des Bahnhofs halten mehrere Linienbusse an der Bushaltestelle Tiroler Tor Predigtstuhlbahn. Sie bietet ein überdachtes Wartehäuschen samt Radabstellplatz. Die zugehörige Haltestelle für die Gegenrichtung liegt etwas weiter nördlich an der Pfarrkirche St. Nikolaus. Neben der Linie 1 des Reichenhaller Stadtbusses, fahren die Haltestellen noch die RVO-Linien 841, 828 & 9526 und die österreichische Postbus-Linie 180 an. Die Haltestelle ist außerdem der Ersatzhalt bei Schienenersatzverkehr.

Nördlich des Bahnhofs befindet sich der Parkplatz St. Nikolaus.

Sonstiges

Am Südende beginnt die Steilstrecke mit bis zu 40,8 ‰ Neigung, die bis zum Bahnhof Hallthurm geht und dabei 216 Höhenmeter überwindet.

Bei der geplanten Variante „Bad Reichenhall Süd“ des Kirchholztunnels, wäre der Bahnhof um gut 170 Meter nach Norden verschoben worden. Diese Variante wurde schnell verworfen.[4]

Am Bahnhof wird ein Teil des Stroms vom Saalachkraftwerk ins Bahnnetz eingespeist (Verteilung R'hall-Freil.).

Es gab einmal eine Planung für eine Bahnstrecke von Bad Reichenhall nach St. Johann in Tirol über Schneizlreuth. Diese "Saalachtalbahn" sollte am Kirchberger Bahnhof von der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden abzweigen.

Da vor allem bei Veranstaltungen am Festplatz der Bahnhof als Abkürzung zur Innenstadt genutzt wird, müssen regelmäßig Absperrungen errichtet werden um die Personen vom Überschreiten der Gleise abzuhalten.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 AWO: Kirchberger Extrablatt. S. 2
  2. Fritz Hofmann: Reichenhall wie es früher war. S. 54
  3. Gerhard Bilek-Sedlmeir: 50 Jahre Siedlung Winkl. Selbstverlag, 1996, S. 541.
  4. Planfeststellung zum Kirchholztunnel vom 08.04.2011