Hallthurmer Berg

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Hallthurmer Berg
Hallthurmer Berg.JPG
Orte Bayerisch Gmain
Verlauf Nordwest-Südost
Länge 1,7 km
Spuren 3
Oberfläche Asphalt
Fußwege keine
Baujahr 1887
Sanierungen 1990-1991
Besonderheiten Unfallstrecke

Der Hallthurmer Berg bezeichnet einen Abschnitt der Bundesstraße 20 zwischen Bayerisch Gmain und Bischofswiesen (Hallthurm). Er ist besonders für seine kurvenreiche Streckenführung und die zahlreichen Unfälle bekannt.

Nördlich verläuft ein Fuß- und Radweg am Fuchsstein, der bis 1887 teilweise die Straße bildete.

Geschichte

Fuchsstein mit Marterl am Weg

Die Strecke über den Hallthurmer Pass wird bereits seit über tausend Jahren als Zugang ins Gebiet des ursprünglichen Berchtesgadener Landes genutzt.

Nachdem die Reichenhaller 1193 die Berchtesgadener Salzanlagen angriffen, errichteten die Berchtesgadener 1194 auf der Passhöhe die Wehranlage Hallthurm um feindliche Angriffe frühzeitig abwehren zu können.

Nach der Säkularisation gehörte der Hallthurmer Spitz (ungefähr zwischen Rötelbach und Weißbach) ab 1816 zu Österreich. Die Folge war, dass ein Teil Strecke nun im Ausland lag und die Durchquerung hohe Zölle kostete. Die Passstraße verlor somit an Bedeutung und die Händler wichen auf das Wachterl aus. Nach Verhandlungen mit Österreich kam das Gebiet im Zuge eines Flächentausches 1851/52 wieder zu Bayern.

Da der Hallthurmer Berg aufgrund der Steilheit für Fuhrwerke nur schwer befahrbar war, musste der Streckenverlauf verändert werden. Zur Vorbereitung des Straßenausbaus wurde bereits 1877 das ganze Torhaus der Wehranlage Hallthurm abgebrochen.[1] 1886-87[2] wurde sie, fast zeitgleich mit dem Bau der Bahnstrecke nach Berchtesgaden (ca. 1886-1888), dann auf die heutige Trasse mit einer sanfteren Steigung verlegt.

Verlauf

Enge Kurve mit Warneinrichtungen

Der „Berg“ beginnt ungefähr an der Abzweigung der Hohenfriedstraße und dem Durchlauf des Rötelbach in einer Rechtskurve. Ein Stück weiter folgt eine enge Linkskurve, danach ein kurzes gerades Teilstück und eine größere Rechtskurve. Darauf folgend eine leichte Linkskurve mit einer Haltebucht (nur bergauf befahrbar) und der Wegmacherkapelle. Anschließend macht die Straße eine kleine Rechtskurve, wo auch ein Parkplatz abzweigt (nur bergab befahrbar), an der noch je eine enge Links- und Rechtskurve folgen. Das letzte Stück bis zur Abzweigung Hallthurm Moos am Pass verläuft dann fast geradlinig.

Die Strecke ist bergauf zweispurig und bergab einspurig ausgebaut. Die Fahrtrichtungen sind vor allem in den engen Kurven mit Warnbaken voneinander getrennt und am Rand stehen Richtungstafeln.

Unfälle

Unfallstrecke mit Tempo-50-Beschränkung

Die Strecke ist aufgrund der Streckenführung, überhöhter Geschwindigkeiten und riskanter Fahrweisen als Unfallstrecke bekannt. Es kam und kommt immer wieder zu teils schweren Unfällen. Das staatliche Bauamt beschränkte die Strecke in den 2000er Jahren auf Tempo 50 mit einem Hinweisschild „Unfallstrecke“. Trotzdem wird die Höchstgeschwindigkeit immer noch häufig, vereinzelt auch massiv[3], missachtet.

Sonstiges

In einer Haltebucht steht die 1997 gebaute Wegmacherkapelle zum Andenken an die Straßenbauer. An den Ausbau am Anfang der 1990er erinnert eine Tafel neben der Kapelle.

Neben der Straße verlaufen teilweise eine Ferngasleitung, die Soleleitung von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall und eine um 2015/16 verlegte Stromleitung.

Einzelnachweise