Saaldorf-Surheim

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Saaldorf-Surheim
Wappen
Wappen von Saaldorf-Surheim
Lage von Saaldorf-Surheim im Landkreis
Saaldorf-Surheim in BGL.svg
Rathaus
Rathaus Saaldorf-Surheim.JPG
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberbayern
Landkreis Berchtesgadener Land
Art Gemeinde
Höhe 438 m ü. NHN
Fläche 39.10 km²
Einwohner 5.378
Stand: 31.12.2015
Bevölkerungsdichte 138 Einwohner pro km²
Postleitzahl 83416
Vorwahl 08654 sowie 08682 und 08666
Kfz-Kennzeichen BGL
Ortsteile 55
Gemarkungen 2
Gemeindeschlüssel 09172130
Adresse Rathaus Moosweg 2
83416Saaldorf-Surheim
Webseite www.saaldorf-surheim.de
Bürgermeister Bernhard Kern (CSU)

Saaldorf-Surheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Sie liegt im nördlichen Teil.

Geographie

Das Gemeindegebiet gehört zum bayerischen Rupertiwinkel. Es liegt im Hügelland der Salzach und grenzt an folgende Gemeinden: Freilassing und Ainring im Süden, Teisendorf und Petting im Westen sowie Laufen im Norden. Die östliche Gemeindegrenze bildet die Salzach, die zugleich die Grenze zu Österreich ist. Im Ortsteil Abtsdorf befindet sich das Naturschutzgebiet Abtsdorfer See am gleichnamigen See, zu dem auch das Feuchtgebiet Haarmoos gehört. Durch Surheim, das an der Sur liegt, verläuft die Straße der Residenzen.

Geschichte

Urkundlich erstmals erwähnt wurden Saaldorf und Surheim im Jahre 788 in der Notitia Arnonis. Saaldorf war lange Zeit Sitz einer Obmannschaft des Erzstifts Salzburg und fiel bei der Säkularisation 1803 mit Surheim an das Fürstentum Salzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana. 1805 kam das Gebiet im Frieden von Pressburg zu Österreich, welches es 1809/10 an Bayern abtreten musste. Das Gemeindegebiet wurde 1818 nach der Abtrennung von Salzburg aus sieben ehemaligen Gerichtsvierteln der Pfleggerichte Oberlebenau und Staufeneck gebildet. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Saaldorf und Surheim wurden am 1. Mai 1978 zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Saaldorf zusammengeschlossen.[1] Seit dem 1. Mai 1994 lautet der Gemeindename Saaldorf-Surheim.[2]

Religionen

Das Gemeindegebiet gehörte jahrhundertelang zur römisch-katholischen Pfarrei Salzburghofen. Erst 1891 wurden Saaldorf und 1957 Surheim eine eigene Pfarrei.

Politik

Der Gemeinderat besteht aus 20 Gemeinderäten und dem 1. Bürgermeister. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 setzt sich der Rat wie folgt zusammen:

Partei Sitze
CSU 8
Freie überparteiliche Wähler Saaldorf-Surheim FÜW 4
Junge Liste Saaldorf-Surheim 4
SPD 2
GRÜNE 2

Wappen

Wappen von Saaldorf-Surheim.png

Blasonierung: „Im Wellenschnitt geteilt von Silber und Rot, oben ein blaues Rad, das rechts und links mit einer wachsenden blauen heraldischen Lilie besteckt ist, unten ein waagrechtes silbernes Türband, überdeckt von einer goldenen Ähre. Die Fahne zeigt drei Streifen in der Farbenfolge Rot-Weiß-Blau mit dem aufgelegten Wappen.“[3]

Beschreibung: Die Teilung steht für die ehemals eigenständigen Gemeinden und die Ausführung als Welle für das Gewässer Sur.

Die Gemeinde führt das Wappen mit Zustimmung der Regierung von Oberbayern seit 1981.

Partnergemeinde

Die Partnergemeinde von Saaldorf-Surheim ist seit 2007 das ungarische Kövágóörs. Der Grund für die Partnerschaft ist die Überlassung eines älteren Feuerwehrfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf und der daraus entstandenen Freundschaft der Feuerwehren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturelle Traditionen

Eine kulturelle Besonderheit ist der Brauch des Aperschnalzens. Saaldorf ist der Sitz der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel, die 1957 hier gegründet wurde. Das Aperschnalzen wird nur im bayerischen Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Flachgau ausgeübt.

Bauwerke

→ Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Saaldorf-Surheim


  • Die Pfarrkirche St. Martin in Saaldorf wurde 1914–1915 im Stil des Neubarock nach Plänen der Münchner Architekten Joseph Elsner senior und/oder Joseph Elsner junior[4] errichtet. Die Altäre aus der Vorgängerkirche wurden neubarock verändert und an die Raumverhältnisse angepasst. Die Innenraumhöhe musste aus Kostengründen entgegen der ursprünglichen Planung um drei Meter reduziert werden.
  • Die Pfarrkirche St. Stephanus in Surheim wurde 1914 um ein Joch verlängert und im Stil des Neubarock umgestaltet.
  • 1273 wurde auf einem einstigen Burghügel (Burgstall Steinbrünning) die Kirche St. Johann Baptist erbaut.

Wirtschaft und Infrakstruktur

Die Teerag-Asdag, Tief- und Straßenbau-Tochter der Baugruppe Porr hat in der Gemeinde ihre Deutschland-Gesellschaft angesiedelt.

Verkehr

→ Siehe auch: Liste der Straßen in Saaldorf-Surheim

Im Gemeindegebiet verläuft im Osten die B 20 und im Süden die Staatsstraße 2104. Vorbei an Saaldorf führt die Kreisstraße BGL 3 nach Laufen. Surheim ist über die BGL 2 mit Freilassing verbunden.

Durch den Ort geht die von Norden nach Süden die Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing. Es existiert keine Haltestelle auf Gemeindegrund, die nächsten Bahnhöfe sind in Freilassing und Laufen. Eine Haltestelle ist jedoch immer wieder Gespräch.

Einrichtungen

Gemeindliche Kindergärten gibt es einen in Saaldorf (St. Martin) und zwei in Surheim (St. Stephan, Waldmaus). Außerdem gibt es Kinderkrippen bei den KindergärtenSt. Martin und Waldmaus.

Die Gemeinde unterhält aus historischen Gründen zwei Feuerwehren: Die Freiwillige Feuerwehr Saaldorf und die Freiwillige Feuerwehr Surheim. Beide blieben bei dem Zusammenschluss der Gemeinden im Jahr 1978 eigenständig.

Bildung

Eine Grundschule gibt es, die auf zwei Gebäude in Saaldorf und Surheim aufgeteilt ist. Hauptstandort ist in Surheim. Weiterführende Schulen sind in den nächstgrößeren Städten.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Anton Streitwieser (1916-1972), SS-Führer und Schutzhaftlagerführer im KZ Mauthausen
  • Anton Kern (* 1951), Landtagsabgeordneter a.D. (CSU)

Literatur

  • Dehio, Bayern IV: Oberbayern, S. 1045 und 1144
  • Christliche Kunst in Bayern, Nr. 16: Die Kirchen der Pfarrei Saaldorf. Salzburg 2006

Weblinks

 Commons: Saaldorf-Surheim – Sammlung von Mediendateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 597.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994
  3. Wappengeschichte beim Haus der Bayerischen Geschichte
  4. Zuschreibung nicht gesichert.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Saaldorf-Surheim“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 14:44, 17. Mai 2015 (Permanentlink) und steht daher unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0“. Dort ist eine Liste der Autoren verfügbar.